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Familie · Alltag

Die Jause

Vier Bausteine, ein paar Ideen – und der Grund, warum die perfekte Box oft ungeöffnet zurückkommt.

Eine offene Jausenbox von oben mit dunklem Brot, Gemüsesticks, Obststücken und einem Stück Käse, daneben eine Wasserflasche, eine Stoffserviette und ein Schneidbrett.
Vier Bausteine – und die beste Box ist die, die leer zurückkommt.

Das österreichische Gesundheitsportal beschreibt die gute Schuljause mit vier Bausteinen: Getreide, meist als Vollkornbrot, dazu Obst oder Gemüse, ein Kalzium- und Eiweißlieferant wie Joghurt oder Käse, und ein ungesüßtes Getränk.

Praktisch entscheidend ist allerdings etwas anderes. Eine perfekt zusammengestellte Box, die ungeöffnet zurückkommt, nützt weniger als eine einfache, die leer ist – und das ist der Punkt, an dem die meisten Empfehlungen scheitern.

Dieser Beitrag nennt die Bausteine, konkrete Ideen für die Box und die Kniffe, mit denen sie tatsächlich gegessen wird. Die übrigen Fixpunkte des Tages stehen unter Alltag & Rituale.

Die vier Bausteine

Das Gesundheitsportal des Gesundheitsministeriums nennt vier Gruppen, aus denen sich eine ausgewogene Jause zusammensetzt. Gemeint ist kein Pflichtprogramm, sondern ein Bauplan: Wer aus jeder Gruppe etwas einpackt, liegt richtig, ohne rechnen zu müssen.

BausteinBeispieleWozu er gut ist
GetreideVollkornbrot, Vollkorngebäck, VollkornweckerlSättigt länger als Weißgebäck
Obst oder GemüseApfel, Trauben, Paprika, Tomaten, KarottenVitamine, Flüssigkeit, etwas zum Knabbern
Kalzium und EiweißJoghurt, Buttermilch, magerer Käse, Topfenaufstrich, SchinkenHält bis zum Mittagessen
GetränkLeitungswasser, Mineralwasser, ungesüßter FrüchteteeOhne Trinken lässt die Aufmerksamkeit nach
Alles mundgerecht schneiden. Ein ganzer Apfel kommt oft zurück, Apfelspalten nicht. Dasselbe gilt für Paprika, Karotten und Gurken: als Sticks werden sie gegessen, am Stück nicht. Der Aufwand beträgt zwei Minuten und ist der wirksamste einzelne Handgriff bei der Jause – in der Pause bleibt wenig Zeit, und was Arbeit macht, bleibt liegen.

Was besser nicht hineingehört

Die Empfehlung nennt vier Gruppen, die in der täglichen Jause nichts verloren haben: mit Zucker gesüßte Getränke, Süßigkeiten, zuckerreiche Mehlspeisen und fett- oder salzreiche Knabbereien.

Ausdrücklich erwähnt werden auch Quetschies als tägliche Option. Sie wirken wie Obst, werden aber getrunken statt gekaut, und genau das Kauen ist ein Teil dessen, was Obst leistet.

Gemeint ist dabei der Alltag und nicht der Ausnahmefall. Ein Keks am Freitag macht aus einer guten Jause keine schlechte, und ein Verbot, das keine Ausnahme kennt, hält in keiner Familie länger als ein paar Wochen.

Warum die Box ungeöffnet zurückkommt

Dafür gibt es in der Regel einen von vier Gründen. Erstens ist zu wenig Zeit: Die Pause ist kurz, und wer erst schälen oder schneiden muss, isst nichts. Zweitens passt es nicht zum Rest der Klasse, und das wiegt ab der zweiten Schulstufe schwer.

Drittens ist zu viel drin. Eine überfüllte Box wirkt wie eine Aufgabe, und Kinder greifen dann eher gar nicht zu. Und viertens wurde etwas eingepackt, das das Kind ohnehin nicht mag – was zu Hause nicht gegessen wird, wird in der Schule erst recht nicht gegessen.

Brauchbar ist deshalb, die Box gemeinsam zu packen und weniger einzupacken, als man für nötig hält. Was regelmäßig zurückkommt, wird gestrichen und nicht diskutiert.

Ideen, die sich bewährt haben

Für den Alltag lohnt es sich, ein halbes Dutzend Kombinationen zu haben, die ohne Nachdenken gehen. Bewährt sind: Vollkornbrot mit Frischkäse und Gurkenscheiben; ein Weckerl mit Schinken und Paprikastreifen; Joghurt mit Beeren, getrennt verpackt; Vollkornbrot mit Topfenaufstrich und Karottensticks.

Ebenso brauchbar sind Reste vom Vorabend, sofern sie kalt schmecken – gekochte Nudeln, Gemüsestücke, ein Stück Pizza. Sie sparen Zeit und werden erfahrungsgemäß eher gegessen als etwas eigens Gemachtes.

Wichtig ist die Getrenntverpackung. Feuchtes zu Trockenem ergibt in der Schultasche nach zwei Stunden etwas, das niemand essen möchte, und eine Box mit Fächern löst das Problem dauerhaft.

Trinken

Empfohlen sind Leitungswasser, Mineralwasser und ungesüßte Früchtetees. Verdünnte Säfte sind eine Zwischenlösung, gesüßte Getränke gehören nicht in die tägliche Jause.

Praktisch wichtiger als die Auswahl ist die Flasche. Eine, die sich mit einer Hand öffnen lässt und nicht ausrinnt, wird deutlich öfter benutzt als eine, bei der zuerst ein Schraubverschluss aufgedreht werden muss.

Zu beachten ist, dass Kinder das Trinken leicht vergessen. Eine Flasche, die auf dem Tisch steht statt in der Schultasche zu bleiben, wird mehrmals am Vormittag benutzt – und ohne Trinken lässt die Aufmerksamkeit spürbar nach.

Wenn das Frühstück ausfällt

Nicht jedes Kind kann morgens essen, und der Kampf darum lohnt sich selten. Wer nichts hinunterbringt, braucht dafür eine größere Jause, denn die erste Pause ist dann die erste Mahlzeit des Tages.

Praktisch heißt das, den Kalzium- und Eiweißanteil zu erhöhen – ein Joghurt zusätzlich, ein zweites Stück Käse –, weil davon die Sättigung bis zum Mittagessen abhängt.

Hilfreich ist außerdem, das Frühstück früh genug anzusetzen. Viele Kinder haben unmittelbar nach dem Aufstehen keinen Appetit, nach zwanzig Minuten dagegen sehr wohl. Mehr dazu in Morgens ohne Geschrei.

Schulbuffet und Automat

An vielen Standorten gibt es ein Buffet oder einen Automaten, und damit eine Auswahl, die Eltern nicht kontrollieren. Ein Verbot funktioniert erfahrungsgemäß schlecht, weil es ein Kind in eine Sonderrolle bringt.

Brauchbarer ist eine Absprache: Die Jause kommt von zu Hause, das Buffet gibt es an einem festgelegten Tag in der Woche. Damit bleibt es eine Ausnahme, ohne zum Streitpunkt zu werden.

Wo das Angebot dauerhaft schlecht ist, liegt der Hebel beim Elternverein und nicht beim eigenen Kind. Viele Schulen haben ihr Buffet auf Betreiben von Eltern umgestellt.

Wenn ein Kind fast nichts isst

Wählerisches Essen ist im Volksschulalter verbreitet und in den meisten Fällen vorübergehend. Hilfreich ist die Arbeitsteilung: Die Erwachsenen entscheiden, was angeboten wird, das Kind entscheidet, ob und wie viel davon es isst.

Wenig wirksam ist Druck am Tisch. Ein Kind, das eine Speise essen muss, entwickelt dagegen eine Abneigung, die deutlich länger hält als die ursprüngliche Ablehnung.

Anlass für ein Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt ist es, wenn die Auswahl über Monate immer schmaler wird, wenn ganze Lebensmittelgruppen wegfallen oder wenn Gewicht und Entwicklung auffällig werden.

Angaben geprüft: September 2026. Beträge, Fristen und Empfehlungen werden jährlich nachgesehen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Thema

Was gehört in eine gesunde Schuljause?
Das österreichische Gesundheitsportal nennt vier Bausteine. Erstens Getreide, meist als Vollkornbrot oder -gebäck, weil es länger sättigt als Weißgebäck. Zweitens Obst oder Gemüse in kindergerechten Portionen – Apfelspalten, Trauben, Paprika, Tomaten, Karottensticks. Drittens ein Kalzium- und Eiweißlieferant wie Joghurt, Buttermilch, magerer Käse, Topfenaufstrich oder Schinken, denn davon hängt die Sättigung bis zum Mittagessen ab. Und viertens ein ungesüßtes Getränk: Leitungswasser, Mineralwasser oder ungesüßter Früchtetee. Gemeint ist kein Pflichtprogramm, sondern ein Bauplan – wer aus jeder Gruppe etwas einpackt, liegt richtig, ohne rechnen zu müssen. Praktisch entscheidend ist allerdings etwas anderes als die Zusammenstellung: Eine perfekte Box, die ungeöffnet zurückkommt, nützt weniger als eine einfache, die leer ist. Kinder essen zuverlässiger, was sie mitgesucht haben.
Was sollte nicht in die Jause?
Die österreichische Empfehlung nennt vier Gruppen, die in der täglichen Jause nichts verloren haben: mit Zucker gesüßte Getränke, Süßigkeiten, zuckerreiche Mehlspeisen sowie fett- oder salzreiche Knabbereien. Ausdrücklich erwähnt werden auch Quetschies als tägliche Option – sie wirken wie Obst, werden aber getrunken statt gekaut, und genau das Kauen ist ein Teil dessen, was Obst leistet. Gemeint ist dabei der Alltag und nicht der Ausnahmefall: Ein Keks am Freitag macht aus einer guten Jause keine schlechte. Ein Verbot, das keine Ausnahme kennt, hält in keiner Familie länger als ein paar Wochen und erzeugt vor allem Heimlichkeit. Brauchbarer als ein Verbot ist ohnehin eine Absprache, die eine Ausnahme vorsieht – etwa einen festgelegten Tag in der Woche, an dem etwas Süßes dabei sein darf. Ein Verbot ohne Ausnahme erzeugt vor allem Heimlichkeit.
Warum kommt die Jause ungegessen zurück?
Dafür gibt es in der Regel einen von vier Gründen. Erstens ist zu wenig Zeit: Die Pause ist kurz, und wer erst schälen oder schneiden muss, isst nichts. Zweitens passt es nicht zum Rest der Klasse, und das wiegt ab der zweiten Schulstufe schwer. Drittens ist zu viel drin – eine überfüllte Box wirkt wie eine Aufgabe, und Kinder greifen dann eher gar nicht zu. Und viertens wurde etwas eingepackt, das das Kind ohnehin nicht mag, denn was zu Hause nicht gegessen wird, wird in der Schule erst recht nicht gegessen. Brauchbar ist deshalb, die Box gemeinsam zu packen und weniger einzupacken, als man für nötig hält. Hilfreich ist, eine Woche lang zu beobachten, was tatsächlich zurückkommt: Das Muster ist meist deutlicher, als man vermutet, und es lässt sich ohne Diskussion darauf reagieren. Was regelmäßig zurückkommt, wird gestrichen und nicht diskutiert.
Wie bringe ich mein Kind dazu, die Jause zu essen?
Der wirksamste einzelne Handgriff ist, alles mundgerecht zu schneiden. Ein ganzer Apfel kommt oft zurück, Apfelspalten nicht; dasselbe gilt für Paprika, Karotten und Gurken, die als Sticks gegessen werden und am Stück nicht. Der Aufwand beträgt zwei Minuten. Zweitens hilft es, die Box gemeinsam zu packen, denn Kinder essen zuverlässiger, was sie mitgesucht haben – ein gemeinsamer Blick in den Kühlschrank am Vorabend bringt mehr als jede Empfehlungsliste. Drittens gehört gestrichen, was regelmäßig zurückkommt, statt darüber zu diskutieren. Und viertens lohnt die Getrenntverpackung, weil Feuchtes zu Trockenem nach zwei Stunden in der Schultasche ungenießbar wird. Fünftens hilft eine Flasche, die sich mit einer Hand öffnen lässt: Was Arbeit macht, bleibt in der kurzen Pause liegen. Weniger einpacken hilft dabei mehr als mehr einpacken.
Welche Jausen-Ideen funktionieren im Alltag?
Bewährt hat sich, ein halbes Dutzend Kombinationen zu haben, die ohne Nachdenken gehen: Vollkornbrot mit Frischkäse und Gurkenscheiben; ein Weckerl mit Schinken und Paprikastreifen; Joghurt mit Beeren, getrennt verpackt; Vollkornbrot mit Topfenaufstrich und Karottensticks. Ebenso brauchbar sind Reste vom Vorabend, sofern sie kalt schmecken – gekochte Nudeln, Gemüsestücke, ein Stück Pizza. Sie sparen Zeit und werden erfahrungsgemäß eher gegessen als etwas eigens Gemachtes. Wichtig ist eine Box mit Fächern, damit Feuchtes und Trockenes getrennt bleiben, und ein Vorbereiten am Vorabend, solange der Kühlschrank ohnehin offen ist. Getrennt verpackt werden sollte außerdem alles Feuchte, weil es sonst nach zwei Stunden in der Schultasche das Brot durchweicht und die ganze Box unbrauchbar macht. Vorbereitet wird am besten schon am Vorabend, solange der Kühlschrank ohnehin offen ist.
Was soll ein Kind in der Schule trinken?
Empfohlen sind Leitungswasser, Mineralwasser und ungesüßte Früchtetees; verdünnte Säfte sind eine Zwischenlösung, gesüßte Getränke gehören nicht in die tägliche Jause. Praktisch wichtiger als die Auswahl ist allerdings die Flasche: Eine, die sich mit einer Hand öffnen lässt und nicht ausrinnt, wird deutlich öfter benutzt als eine, bei der zuerst ein Schraubverschluss aufgedreht werden muss. Zu beachten ist außerdem, dass Kinder das Trinken leicht vergessen. Eine Flasche, die auf dem Tisch steht statt in der Schultasche zu bleiben, wird mehrmals am Vormittag benutzt – und ohne Trinken lässt die Aufmerksamkeit im Lauf des Vormittags spürbar nach. Praktisch bewährt hat sich, die Flasche jeden Abend gemeinsam mit der Jausenbox zu befüllen, damit sie am Morgen nicht vergessen wird. Ohne Trinken lässt die Aufmerksamkeit im Lauf des Vormittags spürbar nach.
Was, wenn mein Kind morgens nicht frühstückt?
Nicht jedes Kind kann morgens essen, und der Kampf darum lohnt sich selten. Wer nichts hinunterbringt, braucht dafür eine größere Jause, denn die erste Pause ist dann die erste Mahlzeit des Tages – und ein Kind, das seit dem Abend nichts gegessen hat, ist in der dritten Stunde nicht bei der Sache. Praktisch heißt das, den Kalzium- und Eiweißanteil zu erhöhen, also ein Joghurt zusätzlich oder ein zweites Stück Käse, weil davon die Sättigung bis zum Mittagessen abhängt. Hilfreich ist außerdem, das Frühstück früh genug anzusetzen: Viele Kinder haben unmittelbar nach dem Aufstehen keinen Appetit, nach zwanzig Minuten dagegen sehr wohl. Was zu Hause nicht gegessen wird, wird in der Schule ohnehin nicht gegessen – die Jause ist nicht der richtige Ort, um neue Speisen einzuführen. Wichtiger als die Menge am Morgen ist, dass in der Pause genug da ist.
Wie geht man mit dem Schulbuffet um?
An vielen Standorten gibt es ein Buffet oder einen Automaten und damit eine Auswahl, die Eltern nicht kontrollieren. Ein Verbot funktioniert erfahrungsgemäß schlecht, weil es ein Kind in eine Sonderrolle bringt und die Sache heimlich macht. Brauchbarer ist eine Absprache: Die Jause kommt von zu Hause, das Buffet gibt es an einem festgelegten Tag in der Woche. Damit bleibt es eine Ausnahme, ohne zum täglichen Streitpunkt zu werden. Wo das Angebot dauerhaft schlecht ist, liegt der Hebel beim Elternverein und nicht beim eigenen Kind – viele Schulen haben ihr Buffet auf Betreiben von Eltern umgestellt, und dafür braucht es meist nur einige, die sich zusammentun. Für das eigene Kind bleibt die wirksamste Maßnahme, dass es satt aus dem Haus geht und genug in der Box hat. Dafür braucht es meist nur einige Eltern, die sich zusammentun.
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