Für welches Alter ist Ritter Erek geeignet?
„Ritter Erek – Das Geheimnis des Schutzsteins“ eignet sich zum Vorlesen ab 5 Jahren – und zum Selberlesen, sobald ein Kind längere Kapitel schafft. Es ist damit eines der Bücher, die ein Kind über mehrere Jahre begleiten können: zuerst als Vorlesebuch am Abend, später als erstes eigenes Abenteuer. Dass die Konflikte ohne Kampfszenen auskommen, macht es auch für jüngere Kinder gut aushaltbar. Unheimlich bleibt es dennoch, denn von den Gegnern, den Petilonen, wird nur erzählt – sie treten nie leibhaftig auf, und genau das erzeugt die Spannung. Altersangaben sind Anhaltspunkte und keine Grenzen: Vorlesen darf man deutlich schwieriger, als ein Kind allein bewältigen würde. Entscheidend ist vor allem, ob ein Kind Ritter, Königreiche und Abenteuergeschichten mag. Wer unsicher ist, liest die ersten Kapitel selbst vor und beobachtet, wie das Kind auf die Erzählungen über die Petilonen reagiert; das ist der einzige Teil, der Jüngeren unheimlich werden kann.
Ist das Buch auch für Kinder geeignet, die keine Kämpfe mögen?
Ja. Die Geschichte ist bewusst gewaltarm angelegt – Konflikte werden durch Mut, Klugheit und Mitgefühl gelöst, echte Kämpfe gibt es nicht. Das ist keine Auslassung, sondern der Kern des Buches: In Ethoria zählt nicht das Schwert, und die Hindernisse auf Ereks Weg lassen sich schlicht nicht mit Gewalt aus dem Weg räumen. Passend dazu zieht die Hauptfigur ohne Rüstung und ohne Pferd los; Ereks gesamte Ausrüstung besteht aus einem Holzschwert aus der Werkstatt seines Vaters, des Hofschmieds. Auch die Gegner, die Petilonen, treten nie leibhaftig auf – es wird nur von ihnen erzählt. Für Eltern, die ein spannendes Abenteuer suchen, aber keine Schlachten vorlesen möchten, ist das Buch damit eine der wenigen wirklich passenden Möglichkeiten in diesem Genre. Am Ende trägt Erek einen Titel, den er sich nicht erkämpft, sondern verdient hat – der Schluss löst also ein, was die ganze Geschichte über angelegt wird.
Ist Ritter Erek nur etwas für Jungen?
Nein. Mit Prinzessin Thaera gibt es eine starke, gleichberechtigte Heldin – das Abenteuer begeistert Mädchen und Buben gleichermaßen. Thaera ist dabei keine Prinzessin, die gerettet werden muss: Sie schleicht sich heimlich aus dem Schloss, bevor Erek überhaupt weiß, dass er Gesellschaft bekommt, und sie tut es aus eigenem Antrieb, weil sie ihrem Vater König Waruson beweisen will, dass sie mehr kann, als er ihr zutraut. In der Geschichte trägt sie die Hälfte: Sie geht die gefährlichen Etappen mit, denkt mit und hält Erek an mehr als einer Stelle davon ab, etwas Unüberlegtes zu tun. Ohne sie käme er nicht durch. Dass Prinzessinnen in Kinderbüchern sonst oft die Belohnung für den Helden sind, macht diese Anlage zur bewussten Gegenentscheidung. Auch Erek selbst entspricht dem Klischee nicht: Er ist der Sohn des Hofschmieds, zieht ohne Rüstung und ohne Pferd los und hat nichts als ein Holzschwert dabei.
Gibt es eine Landkarte im Buch?
Ja, wie in allen Igebitz-, Ellania- und Erek-Büchern findet sich auch hier eine liebevoll gestaltete Landkarte – in diesem Fall die des Königreichs Ethoria. Sie ist mehr als Dekoration: Die Reise führt vom Hof des Schmieds durch den Glimmerwald, von dem es heißt, dass mehr Menschen hineingehen als herauskommen, weiter über die Grashügel zum Nomadenvolk der Nassai und schließlich hinauf in die funkelnden Kristallberge. Wer die Karte beim Vorlesen offen daneben liegen lässt, kann mit dem Kind mitverfolgen, wo Erek und Thaera gerade sind – für viele Kinder ist das der Moment, in dem eine erzählte Welt greifbar wird. Dazu kommen Rätsel zum Mitraten, die den Ablauf der Geschichte immer wieder in kleine Denkpausen gliedern. Das Buch ist der Auftakt einer Reihe rund um Ritter Erek und lässt sich ohne Vorkenntnisse lesen; es ist ab 5 Jahren zum Vorlesen empfohlen.