Die Schultasche für das erste Schuljahr wird meist zu früh und zu voll gekauft. Was ein Erstklässler tatsächlich braucht, steht auf einer Liste, die die Schule ausgibt – und die von Schule zu Schule unterschiedlich ist.
Was sich dazwischen lohnt, ist eine Grundausstattung, die überall gleich aussieht, und die Geduld, alles andere abzuwarten. Die Kosten sind der Grund: Laut AK-Schulkostenstudie fallen im Sommer im Schnitt 464 Euro pro Kind an.
Dieser Beitrag nennt die Grundausstattung, sagt, was die Schule selbst besorgt, und was man sich sparen kann. Der Überblick steht unter Schulstart & Volksschule.
Warum die Schulliste vor dem Einkauf kommt
Jede Volksschule gibt eine eigene Liste aus, meist beim ersten Elternabend oder wenige Tage davor. Sie ist die verbindliche Grundlage, weil Heftformate, Lineaturen und sogar Farben der Umschläge klassenweise festgelegt werden.
Wer vorher kauft, kauft deshalb oft zweimal. Besonders häufig passiert das bei Heften: Die Lineatur für die erste Klasse ist in Österreich nicht überall dieselbe, und ein falsches Heft ist im Unterricht unbrauchbar.
Sinnvoll ist daher eine zweistufige Anschaffung. Vor dem Schulstart kommt das, was sicher gebraucht wird – Schultasche, Federpennal, Turnsachen. Alles Übrige wartet auf die Liste.
Die Grundausstattung
Die folgende Übersicht nennt das, was in Österreich praktisch jede Volksschule verlangt. Sie ersetzt die Schulliste nicht, aber sie lässt sich vor dem Elternabend ohne Risiko besorgen.
Bei den Stiften gilt eine Regel, die viele überrascht: Wenige und gute sind besser als viele. Ein Erstklässler braucht keine vierundzwanzig Buntstifte, sondern zwölf, die sich gut halten lassen.
| Bereich | Was gebraucht wird | Hinweis |
|---|---|---|
| Schultasche | Schultasche, Federpennal, Schlampermäppchen | Leergewicht möglichst unter 1,2 kg |
| Schreiben | Bleistifte, Radiergummi, Spitzer mit Dose, Lineal | Dicke Dreikantstifte sind für den Anfang leichter zu halten |
| Malen | 12 Buntstifte, Wasserfarben, Borstenpinsel, Malbecher | Mehr als zwölf Farben verwirrt eher, als es hilft |
| Turnen | Turnsackerl, Turnpatschen mit heller Sohle, Leibchen, Hose | Helle Sohle ist in vielen Turnsälen Vorschrift |
| Jause | Jausenbox, Trinkflasche | Beides muss das Kind selbst aufbekommen |
| Sonstiges | Hausschuhe, Mappe für Elternbriefe, Zeichenblock | Die Mappe verhindert den zerknüllten Zettel in der Tasche |
Was die Schule selbst besorgt
Die Schulbücher werden in Österreich über die Schulbuchaktion bereitgestellt und müssen nicht selbst gekauft werden. Sie kommen in den ersten Schultagen und werden von der Schule verteilt.
Vieles andere wird ebenfalls in der Klasse gesammelt und gemeinsam angeschafft: Werkmaterial, Kopiergeld, manchmal ein Teil des Bastelbedarfs. Dafür gibt es in der Regel einen Beitrag, über den beim Elternabend informiert wird.
Sinnvoll ist deshalb, beim Elternabend genau nachzufragen, welche Posten die Klasse gemeinsam besorgt. Wer das nicht klärt, kauft Werkmaterial doppelt, das dann ein Jahr lang unbenutzt in der Lade liegt.
Was der Schulstart kostet
Die verlässlichste Zahlenbasis dazu liefert die Schulkostenstudie der Arbeiterkammer. Sie erhebt, was Familien über ein Schuljahr tatsächlich ausgeben, und die Beträge sind höher, als die meisten schätzen.
Bei Volksschulkindern liegen die Gesamtkosten im Durchschnitt bei 2.254 Euro pro Schuljahr. Davon fallen 464 Euro als Sommerausgaben an, also genau in jener Phase, in der Schultasche und Material gekauft werden.
Ebenfalls erhoben wurde, wie sich das anfühlt: 60 Prozent der Eltern empfinden die Schulkosten als finanziell belastend, und 11 Prozent können sich nicht alle notwendigen Anschaffungen leisten. Das ist der eigentliche Grund, beim ersten Einkauf zurückhaltend zu sein.
Was man sich sparen kann
An erster Stelle steht das Zubehör mit Motiv. Federpennale mit Lizenzfiguren kosten ein Vielfaches und halten nicht länger; dazu kommt, dass die Begeisterung für die Figur oft schneller endet als das Schuljahr.
An zweiter Stelle stehen Mengen. Vierundzwanzig Buntstifte, fünf Radiergummis und ein Vorrat an Heften sind kein Vorteil: Was nicht in der Tasche ist, wird nicht gebraucht, und was zu Hause liegt, ist am Ende des Jahres nicht mehr aktuell.
An dritter Stelle steht Elektronik. Für die erste Klasse braucht ein Kind kein eigenes Tablet, keine Smartwatch und kein Handy. Wann ein Handy sinnvoll wird, steht unter Handy ab welchem Alter?.
Gebraucht, geliehen, weitergegeben
Vieles muss nicht neu sein. Turnsackerl, Malbecher, Zeichenblock, Werkzeug und Wasserfarben lassen sich problemlos weitergeben, und in Familien mit mehreren Kindern ist das der größte Einzelposten an Ersparnis.
Bei der Schultasche ist die Sache heikler, aber nicht unmöglich. Entscheidend ist der Zustand der Trageriemen und der Rückenpolsterung; ist beides intakt, spricht wenig gegen eine gebrauchte Tasche.
Nicht weitergegeben werden sollten Dinge, an denen die Funktion hängt: abgenutzte Pinsel, stumpfe Scheren, Buntstifte, die nur noch bröseln. Sie kosten das Kind Zeit und Geduld im Unterricht.
Der Ablauf, der sich bewährt hat
Bewährt hat sich, den Einkauf in drei Schritte zu teilen, statt ihn an einem Nachmittag zu erledigen. Das verteilt die Kosten und verhindert die Fehlkäufe.
Die folgende Aufstellung zeigt die Reihenfolge, die in den meisten österreichischen Volksschulen passt.
| Wann | Was |
|---|---|
| Frühjahr | Schultasche anprobieren, noch nicht kaufen – Modelle wechseln im Sommer |
| Juni bis Juli | Schultasche kaufen, wenn die neue Kollektion da und die alte reduziert ist |
| August | Grundausstattung: Federpennal, Stifte, Turnsachen, Jausenbox |
| Erste Schulwoche | Schulliste abwarten, Hefte und Spezialmaterial danach kaufen |
| Nach dem Elternabend | Klassenbeiträge und gemeinsam Besorgtes klären |
Das Packen üben
Eine Schultasche, die das Kind nicht selbst packen kann, ist zu kompliziert. Deshalb gehört das Packen zu den Dingen, die vor dem Schulstart geübt werden – nicht als Übung getarnt, sondern einfach gemeinsam.
Hilfreich ist ein fester Platz für jede Sache. Federpennal immer im vorderen Fach, Jause immer links, Turnsackerl immer außen: Wer nicht suchen muss, packt schneller und vergisst weniger.
Bewährt hat sich außerdem, am Abend zu packen und nicht in der Früh. Das ist derselbe Grundsatz, der auch beim Morgenablauf trägt und unter Morgens ohne Geschrei beschrieben wird.
Angaben geprüft: September 2026. Beträge, Fristen und Empfehlungen werden jährlich nachgesehen.

