✨ Interaktive Kinderbuchlesungen für Volksschulen in Österreich ☎ +43 650 6107333  ·  Buch-Shop ↗
Familie · Schulstart

Was in die Schultasche gehört

Die Liste für Erstklässler in Österreich – und die Dinge, die man trotz Werbung nicht braucht.

Eine offene Schultasche von oben, ringsherum ordentlich ausgelegt Federpennal, Lineal, Schere, Klebestift, Jausenbox, Trinkflasche, Turnbeutel, Mappe und ein Stoffsäckchen.
Die Liste ist kürzer, als die Werbung im August vermuten lässt.

Die Schultasche für das erste Schuljahr wird meist zu früh und zu voll gekauft. Was ein Erstklässler tatsächlich braucht, steht auf einer Liste, die die Schule ausgibt – und die von Schule zu Schule unterschiedlich ist.

Was sich dazwischen lohnt, ist eine Grundausstattung, die überall gleich aussieht, und die Geduld, alles andere abzuwarten. Die Kosten sind der Grund: Laut AK-Schulkostenstudie fallen im Sommer im Schnitt 464 Euro pro Kind an.

Dieser Beitrag nennt die Grundausstattung, sagt, was die Schule selbst besorgt, und was man sich sparen kann. Der Überblick steht unter Schulstart & Volksschule.

Warum die Schulliste vor dem Einkauf kommt

Jede Volksschule gibt eine eigene Liste aus, meist beim ersten Elternabend oder wenige Tage davor. Sie ist die verbindliche Grundlage, weil Heftformate, Lineaturen und sogar Farben der Umschläge klassenweise festgelegt werden.

Wer vorher kauft, kauft deshalb oft zweimal. Besonders häufig passiert das bei Heften: Die Lineatur für die erste Klasse ist in Österreich nicht überall dieselbe, und ein falsches Heft ist im Unterricht unbrauchbar.

Sinnvoll ist daher eine zweistufige Anschaffung. Vor dem Schulstart kommt das, was sicher gebraucht wird – Schultasche, Federpennal, Turnsachen. Alles Übrige wartet auf die Liste.

Beschriften ist wirksamer als jeder Einkauf. Der häufigste Verlustgrund in der ersten Klasse ist nicht Unachtsamkeit, sondern Verwechslung: Zwanzig Kinder haben dieselben Buntstifte. Alles, was einzeln herumliegen kann, bekommt den Namen – Stifte, Lineal, Turnpatschen, Trinkflasche, Regenjacke. Ein wasserfester Stift und eine halbe Stunde am Küchentisch sparen über das Jahr mehr als jedes Sonderangebot.

Die Grundausstattung

Die folgende Übersicht nennt das, was in Österreich praktisch jede Volksschule verlangt. Sie ersetzt die Schulliste nicht, aber sie lässt sich vor dem Elternabend ohne Risiko besorgen.

Bei den Stiften gilt eine Regel, die viele überrascht: Wenige und gute sind besser als viele. Ein Erstklässler braucht keine vierundzwanzig Buntstifte, sondern zwölf, die sich gut halten lassen.

BereichWas gebraucht wirdHinweis
SchultascheSchultasche, Federpennal, SchlampermäppchenLeergewicht möglichst unter 1,2 kg
SchreibenBleistifte, Radiergummi, Spitzer mit Dose, LinealDicke Dreikantstifte sind für den Anfang leichter zu halten
Malen12 Buntstifte, Wasserfarben, Borstenpinsel, MalbecherMehr als zwölf Farben verwirrt eher, als es hilft
TurnenTurnsackerl, Turnpatschen mit heller Sohle, Leibchen, HoseHelle Sohle ist in vielen Turnsälen Vorschrift
JauseJausenbox, TrinkflascheBeides muss das Kind selbst aufbekommen
SonstigesHausschuhe, Mappe für Elternbriefe, ZeichenblockDie Mappe verhindert den zerknüllten Zettel in der Tasche

Was die Schule selbst besorgt

Die Schulbücher werden in Österreich über die Schulbuchaktion bereitgestellt und müssen nicht selbst gekauft werden. Sie kommen in den ersten Schultagen und werden von der Schule verteilt.

Vieles andere wird ebenfalls in der Klasse gesammelt und gemeinsam angeschafft: Werkmaterial, Kopiergeld, manchmal ein Teil des Bastelbedarfs. Dafür gibt es in der Regel einen Beitrag, über den beim Elternabend informiert wird.

Sinnvoll ist deshalb, beim Elternabend genau nachzufragen, welche Posten die Klasse gemeinsam besorgt. Wer das nicht klärt, kauft Werkmaterial doppelt, das dann ein Jahr lang unbenutzt in der Lade liegt.

Was der Schulstart kostet

Die verlässlichste Zahlenbasis dazu liefert die Schulkostenstudie der Arbeiterkammer. Sie erhebt, was Familien über ein Schuljahr tatsächlich ausgeben, und die Beträge sind höher, als die meisten schätzen.

Bei Volksschulkindern liegen die Gesamtkosten im Durchschnitt bei 2.254 Euro pro Schuljahr. Davon fallen 464 Euro als Sommerausgaben an, also genau in jener Phase, in der Schultasche und Material gekauft werden.

Ebenfalls erhoben wurde, wie sich das anfühlt: 60 Prozent der Eltern empfinden die Schulkosten als finanziell belastend, und 11 Prozent können sich nicht alle notwendigen Anschaffungen leisten. Das ist der eigentliche Grund, beim ersten Einkauf zurückhaltend zu sein.

Schulstartgeld und Landesbeihilfen nicht vergessen. Das Schulstartgeld von 121,40 Euro kommt in Österreich automatisch im August mit der Familienbeihilfe, für jedes Kind zwischen sechs und fünfzehn. Dazu gibt es in mehreren Bundesländern Schulstart- oder Schulbedarfsbeihilfen, die eigens beantragt werden müssen; Auskunft geben die Ämter der Landesregierungen und die Arbeiterkammer. Die Beträge stehen unter Was eine große Familie in Österreich bekommt.

Was man sich sparen kann

An erster Stelle steht das Zubehör mit Motiv. Federpennale mit Lizenzfiguren kosten ein Vielfaches und halten nicht länger; dazu kommt, dass die Begeisterung für die Figur oft schneller endet als das Schuljahr.

An zweiter Stelle stehen Mengen. Vierundzwanzig Buntstifte, fünf Radiergummis und ein Vorrat an Heften sind kein Vorteil: Was nicht in der Tasche ist, wird nicht gebraucht, und was zu Hause liegt, ist am Ende des Jahres nicht mehr aktuell.

An dritter Stelle steht Elektronik. Für die erste Klasse braucht ein Kind kein eigenes Tablet, keine Smartwatch und kein Handy. Wann ein Handy sinnvoll wird, steht unter Handy ab welchem Alter?.

Gebraucht, geliehen, weitergegeben

Vieles muss nicht neu sein. Turnsackerl, Malbecher, Zeichenblock, Werkzeug und Wasserfarben lassen sich problemlos weitergeben, und in Familien mit mehreren Kindern ist das der größte Einzelposten an Ersparnis.

Bei der Schultasche ist die Sache heikler, aber nicht unmöglich. Entscheidend ist der Zustand der Trageriemen und der Rückenpolsterung; ist beides intakt, spricht wenig gegen eine gebrauchte Tasche.

Nicht weitergegeben werden sollten Dinge, an denen die Funktion hängt: abgenutzte Pinsel, stumpfe Scheren, Buntstifte, die nur noch bröseln. Sie kosten das Kind Zeit und Geduld im Unterricht.

Der Ablauf, der sich bewährt hat

Bewährt hat sich, den Einkauf in drei Schritte zu teilen, statt ihn an einem Nachmittag zu erledigen. Das verteilt die Kosten und verhindert die Fehlkäufe.

Die folgende Aufstellung zeigt die Reihenfolge, die in den meisten österreichischen Volksschulen passt.

WannWas
FrühjahrSchultasche anprobieren, noch nicht kaufen – Modelle wechseln im Sommer
Juni bis JuliSchultasche kaufen, wenn die neue Kollektion da und die alte reduziert ist
AugustGrundausstattung: Federpennal, Stifte, Turnsachen, Jausenbox
Erste SchulwocheSchulliste abwarten, Hefte und Spezialmaterial danach kaufen
Nach dem ElternabendKlassenbeiträge und gemeinsam Besorgtes klären

Das Packen üben

Eine Schultasche, die das Kind nicht selbst packen kann, ist zu kompliziert. Deshalb gehört das Packen zu den Dingen, die vor dem Schulstart geübt werden – nicht als Übung getarnt, sondern einfach gemeinsam.

Hilfreich ist ein fester Platz für jede Sache. Federpennal immer im vorderen Fach, Jause immer links, Turnsackerl immer außen: Wer nicht suchen muss, packt schneller und vergisst weniger.

Bewährt hat sich außerdem, am Abend zu packen und nicht in der Früh. Das ist derselbe Grundsatz, der auch beim Morgenablauf trägt und unter Morgens ohne Geschrei beschrieben wird.

Angaben geprüft: September 2026. Beträge, Fristen und Empfehlungen werden jährlich nachgesehen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Thema

Was braucht ein Erstklässler wirklich?
Die verbindliche Liste kommt von der Schule, meist beim ersten Elternabend oder wenige Tage davor. Ohne Risiko lassen sich vorher nur jene Dinge kaufen, die praktisch jede Volksschule verlangt: Schultasche und Federpennal, Bleistifte, Radiergummi, Spitzer mit Dose und Lineal, zwölf Buntstifte, Wasserfarben mit Borstenpinsel und Malbecher, Turnsackerl mit Turnpatschen mit heller Sohle, Leibchen und Hose, dazu Jausenbox, Trinkflasche und Hausschuhe. Nützlich ist außerdem eine eigene Mappe für Elternbriefe, weil sie den zerknüllten Zettel am Taschenboden verhindert. Alles Weitere – vor allem Hefte – wartet auf die Schulliste, weil Formate und Lineaturen klassenweise festgelegt werden und ein falsches Heft im Unterricht unbrauchbar ist. Wer sich unsicher ist, fragt in der Schule nach, ob die Liste des Vorjahres noch gilt; in den meisten Volksschulen ändert sie sich kaum, und das Sekretariat gibt sie auf Nachfrage heraus.
Warum soll man Hefte nicht vorher kaufen?
Weil die Lineatur in Österreich nicht überall dieselbe ist. Jede Volksschule legt Heftformate, Lineaturen und häufig sogar die Farben der Umschläge klassenweise fest, damit im Unterricht alle Kinder mit demselben Material arbeiten. Ein Heft mit der falschen Lineatur ist deshalb nicht bloß unpraktisch, sondern unbrauchbar, und wer vorher kauft, kauft in vielen Fällen zweimal. Sinnvoll ist deshalb eine zweistufige Anschaffung: Vor dem Schulstart kommt, was sicher gebraucht wird, und alles Übrige wartet auf die Liste aus der Schule. Das gilt ebenso für Spezialmaterial im Werkunterricht, das viele Klassen ohnehin gemeinsam besorgen und über einen Klassenbeitrag abrechnen. Sinnvoll ist außerdem, den Kassenbon zu behalten: Was sich als falsch herausstellt, lässt sich im August in fast jedem Geschäft noch umtauschen, im Oktober nicht mehr.
Was kostet der Schulstart in Österreich?
Die verlässlichste Zahlenbasis liefert die Schulkostenstudie der Arbeiterkammer. Bei Volksschulkindern liegen die Gesamtkosten im Durchschnitt bei 2.254 Euro pro Schuljahr, und davon fallen 464 Euro als Sommerausgaben an – also genau in jener Phase, in der Schultasche und Material gekauft werden. Erhoben wurde auch, wie sich das anfühlt: 60 Prozent der Eltern empfinden die Schulkosten als finanziell belastend, und 11 Prozent können sich nicht alle notwendigen Anschaffungen leisten. Das ist der eigentliche Grund, beim ersten Einkauf zurückhaltend zu sein und nur zu kaufen, was gebraucht wird. Nachkaufen ist im Zweifel billiger als Vorkaufen, weil unbenutztes Material am Ende des Jahres oft nicht mehr passt. Hilfreich ist, die Ausgaben über das Jahr zu verteilen statt sie im August zu bündeln – Werkmaterial, Ausflüge und Turnsachen kommen ohnehin erst später und lassen sich nicht vorziehen.
Welche Unterstützung gibt es für den Schulstart?
Automatisch kommt das Schulstartgeld von 121,40 Euro, das in Österreich jedes Jahr im August gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausbezahlt wird, für jedes Kind zwischen sechs und fünfzehn Jahren. Beantragt werden muss es nicht. Dazu gibt es in mehreren Bundesländern Schulstart- oder Schulbedarfsbeihilfen, die allerdings eigens zu beantragen sind und deren Höhe und Einkommensgrenzen sich unterscheiden; Auskunft geben die Ämter der Landesregierungen und die Arbeiterkammer. Die Schulbücher selbst müssen nicht gekauft werden, weil sie über die Schulbuchaktion bereitgestellt und in den ersten Schultagen von der Schule verteilt werden. Wer mehrere Kinder hat, sollte zusätzlich den Mehrkindzuschlag prüfen. Wer mehrere Kinder hat, prüft außerdem den Mehrkindzuschlag und die Geschwisterstaffelung der Familienbeihilfe, weil beide gerade in der Schulzeit den größten Unterschied machen.
Was kann man sich beim Schulstart sparen?
Drei Dinge vor allem. Erstens Zubehör mit Motiv: Federpennale mit Lizenzfiguren kosten ein Vielfaches, halten nicht länger, und die Begeisterung für die Figur endet oft schneller als das Schuljahr. Zweitens Mengen – vierundzwanzig Buntstifte, fünf Radiergummis und ein Heftvorrat sind kein Vorteil, weil das, was nicht in der Tasche ist, ohnehin nicht gebraucht wird. Wenige und gute Stifte sind besser als viele: Ein Erstklässler braucht zwölf Farben, nicht doppelt so viele. Drittens Elektronik: Für die erste Klasse braucht ein Kind kein eigenes Tablet, keine Smartwatch und kein Handy. In der Schule dürfen Handys bis einschließlich der achten Schulstufe ohnehin nicht genutzt werden. Ebenfalls entbehrlich sind Ordner und Mappensysteme, die für die erste Klasse gedacht sind: In der Volksschule wird mit Heften gearbeitet, nicht mit Loseblattsammlungen.
Was kann man gebraucht übernehmen?
Einiges, und in Familien mit mehreren Kindern ist das der größte Einzelposten an Ersparnis. Problemlos weitergeben lassen sich Turnsackerl, Malbecher, Zeichenblock, Werkzeug und Wasserfarben. Bei der Schultasche ist die Sache heikler, aber nicht unmöglich: Entscheidend sind der Zustand der Trageriemen und der Rückenpolsterung, und sind beide intakt, spricht wenig gegen eine gebrauchte Tasche. Nicht weitergegeben werden sollte alles, an dem die Funktion hängt – abgenutzte Pinsel, stumpfe Scheren, Buntstifte, die nur noch bröseln. Solches Material kostet das Kind im Unterricht Zeit und Geduld, und der gesparte Betrag steht in keinem Verhältnis dazu. Auch Schulbücher werden in vielen Klassen weiterverwendet. Bei Turnpatschen lohnt trotzdem ein Blick auf die Größe, weil ein zu kleines Paar öfter zu Blasen führt als ein abgenutztes zu Problemen.
Wie beschriftet man die Sachen am besten?
Vollständig und früh. Der häufigste Verlustgrund in der ersten Klasse ist nicht Unachtsamkeit, sondern Verwechslung: Zwanzig Kinder haben dieselben Buntstifte, dieselbe Trinkflasche und oft dieselbe Regenjacke. Beschriftet wird deshalb alles, was einzeln herumliegen kann – Stifte, Lineal, Radiergummi, Turnpatschen, Trinkflasche, Jausenbox, Jacke, Hausschuhe. Ein wasserfester Stift und eine halbe Stunde am Küchentisch sparen über das Schuljahr mehr Geld als jedes Sonderangebot. Bei Textilien halten aufgebügelte oder eingenähte Namensbänder länger als Stift. Und sinnvoll ist, das Beschriften mit dem Kind gemeinsam zu machen, weil es dann weiß, wo der eigene Name steht und was ihm gehört. Für Hefte ist außerdem das Etikett auf dem Umschlag üblich, das die Klasse gemeinsam gestaltet – dafür genügt es, den Namen zunächst mit Bleistift hineinzuschreiben.
Wie lernt ein Kind, die Tasche selbst zu packen?
Durch Wiederholung und einen festen Platz für jede Sache. Eine Schultasche, die das Kind nicht selbst packen kann, ist zu kompliziert – deshalb gehört das Packen zu den Dingen, die vor dem Schulstart gemeinsam geübt werden, nicht als Übung getarnt, sondern einfach nebenbei. Hilfreich ist eine feste Ordnung: Federpennal immer im vorderen Fach, Jause immer links, Turnsackerl immer außen. Wer nicht suchen muss, packt schneller und vergisst weniger. Bewährt hat sich außerdem, am Abend zu packen und nicht in der Früh, weil am Morgen die Zeit und die Geduld fehlen. In der ersten Klasse bleibt die Kontrolle bei den Eltern, aber das Packen selbst übernimmt das Kind von Anfang an. Nach einigen Wochen trägt diese Gewohnheit von selbst, und die Frage »hast du alles?« erledigt sich, weil das Kind selbst nachsieht. Das ist der eigentliche Zweck der Übung und nicht die Ordnung in der Tasche.
Passende Bücher

Dazu passende Bücher

Weiterlesen

Passende Beiträge

Newsletter

Neue Geschichten & Gratis-Material

Erhalte Lese- und Vorlesetipps, kostenlose Igebitz-Downloads und Neuigkeiten zu Büchern & Lesungen – ca. einmal im Monat, jederzeit abbestellbar.