Eine gesetzlich vorgeschriebene Höhe für Taschengeld gibt es in Österreich nicht. Die Kinder- und Jugendanwaltschaften nennen als Richtwerte pro Monat: bis 7 Jahre bis zu 10 Euro, von 7 bis 10 Jahren 15 bis 20 Euro, von 11 bis 13 Jahren 25 bis 30 Euro.
Wichtiger als der Betrag sind allerdings drei Regeln, und sie entscheiden darüber, ob Taschengeld überhaupt etwas bewirkt: Es kommt regelmäßig, es hängt nicht am Wohlverhalten, und es darf auch für Unsinn ausgegeben werden.
Dieser Beitrag nennt die Richtwerte nach Alter und beschreibt, wie sich Taschengeld im Alltag handhaben lässt. Die übrigen Fixpunkte des Familienalltags stehen unter Alltag & Rituale.
Die Richtwerte nach Alter
Die folgende Übersicht gibt die Richtwerte der Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs wieder. Sie sind Empfehlungen und keine Vorgabe – die Höhe orientiert sich ausdrücklich auch an den finanziellen Möglichkeiten der Familie.
| Alter | Richtwert pro Monat | Sinnvoller Auszahlungsrhythmus |
|---|---|---|
| bis 7 Jahre | bis 10 € | wöchentlich, weil ein Monat zu lang ist |
| 7 bis 10 Jahre | 15 bis 20 € | wöchentlich oder zweiwöchentlich |
| 11 bis 13 Jahre | 25 bis 30 € | monatlich wird realistisch |
| 14 bis 15 Jahre | 35 bis 50 € | monatlich |
| 16 bis 18 Jahre | 50 bis 70 € | monatlich |
Wie die Rechtslage aussieht
Festgelegt ist in Österreich keine Höhe. Taschengeld und Ausgaben für die Freizeitgestaltung zählen allerdings zum Unterhalt, den Eltern ihren Kindern schulden – die konkrete Summe ist zwischen Eltern und Kind auszuhandeln.
Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens ist niemand an eine Tabelle gebunden, und zweitens ist Taschengeld kein Geschenk, das nach Belieben gestrichen werden kann, sondern ein vereinbarter Teil dessen, was einem Kind zusteht.
Für den Alltag ist vor allem der zweite Punkt brauchbar, weil er die häufigste Streitfrage berührt: ob Taschengeld als Druckmittel taugt.
Die drei Regeln, auf die es ankommt
Erstens: regelmäßig. Taschengeld wirkt als Übungsfeld nur, wenn es verlässlich kommt – am selben Tag, in gleicher Höhe, ohne dass jemand daran erinnern muss. Ein Betrag, der manchmal kommt und manchmal nicht, lehrt nichts über Planung.
Zweitens: nicht gekoppelt. Sobald Taschengeld an Wohlverhalten, Noten oder erledigte Aufgaben geknüpft wird, ist es kein Taschengeld mehr, sondern Lohn. Damit entsteht ein Anreiz, Dinge nur noch gegen Bezahlung zu tun – und Mitarbeit im Haushalt gehört nicht dazu.
Drittens: frei verfügbar. Ein Kind muss sein Taschengeld auch für etwas ausgeben dürfen, das Erwachsene für Unsinn halten. Genau daran lernt es, und dieser Punkt fällt Eltern erfahrungsgemäß am schwersten.
Ab wann Taschengeld sinnvoll ist
Brauchbar wird Taschengeld etwa ab dem Schuleintritt, wenn ein Kind Mengen vergleichen, mit Zahlen umgehen und einschätzen kann, dass etwas teurer ist als etwas anderes. Vorher fehlt die Grundlage, auf der sich eine Entscheidung treffen ließe.
Ein guter Anlass ist der erste eigene Einkauf. Wer im Geschäft selbst bezahlt, das Wechselgeld bekommt und feststellt, dass das Geld jetzt weg ist, hat in fünf Minuten mehr verstanden als in jedem Gespräch darüber.
Zu früh ist es, wenn ein Kind das Geld nur sammelt, ohne es zu verwenden, oder wenn es sofort alles ausgibt und der Zusammenhang nicht ankommt. Beides ist kein Grund, aufzuhören, sondern einer, die Beträge und Abstände anzupassen.
Was aus dem Taschengeld bezahlt wird
Wichtig ist eine klare Abgrenzung, und sie gehört ausgesprochen. Schulsachen, Kleidung, Schulausflüge und Sportvereinsbeiträge sind Sache der Eltern; aus dem Taschengeld kommen Dinge, die ein Kind sich selbst wünscht.
Bewährt hat sich, diese Grenze am Anfang gemeinsam festzulegen und danach nicht ständig zu verschieben. Ein Kind, das nie weiß, was es selbst zahlen muss, kann nicht planen.
Mit dem Alter wandert die Grenze. Ab etwa zwölf Jahren übernehmen viele Familien ein erweitertes Modell, bei dem ein größerer Betrag auch das Handyguthaben oder einen Teil der Kleidung abdeckt – dann allerdings entsprechend höher.
Sparen
Sparen lässt sich nicht verordnen, aber sichtbar machen. Ein Sparschwein oder eine Dose, in der sich der Betrag türmt, wirkt bei jüngeren Kindern deutlich stärker als ein Konto, auf dem eine Zahl steht.
Hilfreich ist ein konkretes Ziel mit einem konkreten Preis. Ein Kind, das auf etwas Bestimmtes spart, hält länger durch als eines, das allgemein sparen soll, und die Dauer lässt sich dabei ausrechnen: Bei fünf Euro pro Woche dauert ein Wunsch um vierzig Euro acht Wochen.
Ungünstig ist, das Sparziel von Erwachsenen vorzugeben. Ein Ziel, das ein Kind nicht selbst gewählt hat, trägt nicht über acht Wochen.
Wenn das Geld immer sofort weg ist
Das ist im Volksschulalter der Normalfall und kein Grund einzugreifen. Ein Kind, das sein Taschengeld am ersten Tag ausgibt und danach zwei Wochen wartet, macht genau die Erfahrung, um die es geht.
Wenig wirksam ist, in dieser Lage auszuhelfen. Ein Vorschuss löscht die Erfahrung, und beim nächsten Mal wird wieder mit einem gerechnet – die Nachzahlung ist die verbreitetste Art, Taschengeld wirkungslos zu machen.
Brauchbar ist stattdessen, das Mitgefühl vom Geld zu trennen: Bedauern ja, Geld nein. Der Satz „Ärgerlich, das dauert jetzt noch eine Woche“ genügt, und er ist leichter zu sagen als durchzuhalten.
Geld für Noten und Mithilfe
Von Geld für gute Noten ist abzuraten. Eine Note hängt nicht allein vom Kind ab, sondern auch von der Aufgabe und vom Tag, und wer für Noten bezahlt wird, optimiert Noten statt Können. Mehr dazu in Motivation und Belohnung.
Ähnlich liegt es bei der Mithilfe im Haushalt. Tisch decken, Geschirrspüler ausräumen und das eigene Zimmer in Ordnung halten gehören zum Zusammenleben und nicht auf eine Rechnung – wer sie bezahlt, macht sie verhandelbar.
Anders zu beurteilen sind einmalige Arbeiten, die deutlich über das Übliche hinausgehen: Keller ausräumen, Auto waschen, im Garten mithelfen. Dafür extra etwas zu zahlen ist unproblematisch, solange es die Ausnahme bleibt.
Angaben geprüft: September 2026. Beträge, Fristen und Empfehlungen werden jährlich nachgesehen.