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Ratgeber · Lesungen

Was kostet eine Autorenlesung?

Das 5-€-Modell, durchgerechnet – und wie es sich zu üblichen Honoraren verhält.

Lesung in der Volksschule
Faires 5-€-Modell: bei einer Buchbestellung wird der Beitrag gutgeschrieben.

Die Frage nach dem Honorar entscheidet meistens, ob eine Lesung stattfindet. Deshalb steht die Zahl hier vorne und wird vollständig durchgerechnet, statt in einem „auf Anfrage“ zu verschwinden.

Der Beitrag liegt bei 5 € pro Kind. Bestellt ein Kind danach ein Buch, wird der Beitrag voll angerechnet. Wer nichts bestellt, dessen 5 € decken die Lesung. Es gibt keinen Vorschuss, keine Grundgebühr und keine Mindestteilnehmerzahl.

So funktioniert der Beitrag

Jedes Kind zahlt 5 €. Bei der Lesung bekommen alle Kinder einen Bestellschein für die Bücher.

Wird ein Buch bestellt, zieht der Verlag die 5 € vom Buchpreis ab. Für die Schule heißt das: kein Honorarvertrag, kein Vorschuss, kein Ausfallrisiko. Der Beitrag wird eingesammelt wie ein Ausflugsbeitrag.

SituationWas das Kind zahlt
Bestellt ein BuchBuchpreis minus 5 € – der Beitrag ist gutgeschrieben
Bestellt kein Buch5 € Lesungsbeitrag

Was das für eine ganze Klasse bedeutet

Gerechnet für eine Klasse mit 20 Kindern. Die erste Zeile ist der ungünstigste Fall, der in der Praxis selten eintritt.

SzenarioWas die Klasse insgesamt trägt
Kein Kind bestellt ein Buch100 € (20 × 5 €)
Die Hälfte bestellt ein Buch50 €
Alle bestellen ein Buch0 € – der Beitrag steckt vollständig in den Büchern
Zwei Klassen an einem Vormittagdieselbe Rechnung pro Klasse, keine zusätzliche Grundgebühr

Wie sich das zu üblichen Honoraren verhält

Zum Einordnen hilft der offizielle Richtwert. Die Honorarempfehlung der IG Autorinnen Autoren, gültig ab 22. Februar 2026, nennt für eine literarische Veranstaltung an einer Schule ab 300 € für eine Unterrichtseinheit und ab 440 € für zwei – jeweils für maximal zwei Klassen und ohne Spesen.

Solche Honorarempfehlungen sind begründet und keine überzogenen Forderungen: Sie rechnen Vorbereitung, Anfahrt und die Tatsache ein, dass ein Vormittag mit Lesung ein voller Arbeitstag ist. Wer eine Lesung anfragt, sollte wissen, dass diese Größenordnung der Normalfall ist.

Beim 5-€-Modell liegt der Höchstbetrag für eine Klasse mit 20 Kindern bei 100 €, und er sinkt mit jeder Buchbestellung. Der Unterschied ist nicht magisch, er hat einen Grund: Die Lesung finanziert sich über die Bücher mit, nicht über das Honorar allein.

Eine Unterrichtseinheit
Richtwert IG Autorinnen Autoren (ab 22.2.2026)ab 300 € zzgl. Spesen
5-€-Modell, 20 Kinder, keine Bestellung100 €
5-€-Modell, 20 Kinder, die Hälfte bestellt50 €
5-€-Modell, 20 Kinder, alle bestellen0 €
Warum ich es so mache Ich möchte, dass eine Lesung nicht am Budget scheitert. Wenn ein Kind danach mit einem Buch nach Hause geht, hat der Vormittag seinen Zweck erfüllt – dann muss die Schule dafür nichts zahlen. Das Modell funktioniert nur, weil ich im eigenen Familienverlag veröffentliche und den Buchverkauf direkt abwickle. Eine Kollegin mit Publikumsverlag könnte das so nicht anbieten. — Edith Helminger

Was im Beitrag enthalten ist

Alles, was zur Lesung gehört, ist abgedeckt. Zusätzliche Posten gibt es außer der Anfahrt keine.

  • Die interaktive Lesung über eine Unterrichtseinheit, rund 50 Minuten
  • Gemeinsame Landkarte und Figuren-Steckbriefe zum Einstieg
  • Alle Illustrationen live per Beamer
  • Team-Aufgaben und Rätsel für die ganze Klasse
  • Die Fragerunde am Ende
  • Eine Sammelkarte als Geschenk für jedes Kind
  • Bestellscheine; geliefert wird über den Filllet Verlag, ab 29 € versandkostenfrei

Was zusätzlich zu klären ist

Bei der Anfrage werden diese Punkte festgelegt.

PunktRegelung
Anfahrtwird bei der Anfrage abgestimmt
TechnikBeamer oder großen Bildschirm stellt die Schule
MaterialSammelkarte für jedes Kind, inklusive
BücherLieferung über den Filllet Verlag, ab 29 € versandkostenfrei
Mehrere Klassennacheinander am selben Vormittag, ohne Zuschlag

Wer den Beitrag übernimmt

Auch 5 € sind nicht in jeder Klasse selbstverständlich, und kein Kind soll deswegen draußen sitzen. Am häufigsten laufen diese Wege:

  • Elternverein: übernimmt den Beitrag ganz oder anteilig – der häufigste Weg, und meist genügt eine kurze Anfrage.
  • Klassenkassa: der Beitrag wird aus bereits eingesammelten Mitteln gedeckt.
  • Schulbudget für Leseförderung, sofern die Schule eines führt.
  • Gemeinde oder örtliche Bücherei als Mitveranstalter.
  • Lesefest oder Projekttag, bei dem mehrere Klassen zusammenlegen.
Für die Elternkommunikation Eine fertige Elternbrief-Vorlage zum Anpassen gibt es kostenlos, alle organisatorischen Eckdaten stehen im Lesungs-Infoblatt.

Büchereien, Buchhandlungen und offene Veranstaltungen

Das 5-€-Modell setzt eine feste Gruppe voraus, in der Bestellscheine sinnvoll mitgegeben werden können. Bei offenem Publikum – Bücherei, Buchhandlung, Lesefest, Kindergarten – funktioniert das nicht.

Für solche Veranstaltungen wird individuell vereinbart, abhängig von Gruppengröße, Dauer und Rahmen. Für die Anfrage genügen Wunschtermin, Ort und erwartete Teilnehmerzahl über die Kontaktseite.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Thema

Was kostet eine Autorenlesung bei Edith Helminger?
5 € pro Kind. Bei einer Buchbestellung wird der Beitrag voll gutgeschrieben, das Buch kostet dann 5 € weniger – für Familien, die ohnehin ein Buch mitnehmen, ist die Lesung damit kostenlos. Es gibt keine Grundgebühr, keine Mindestteilnehmerzahl und keine gestaffelten Pakete, sodass sich der Betrag für jede Schule gleich einfach ausrechnen lässt: Anzahl der Kinder mal fünf, abzüglich der Bestellungen. Die Anfahrt wird bei der Anfrage gesondert abgestimmt und hängt von Ort und Termin ab. Für offene Veranstaltungen in Büchereien oder auf Festen gilt das Modell nicht, weil dort keine feste Gruppe zusammenkommt und Bestellscheine nicht funktionieren – die Konditionen werden in diesen Fällen individuell vereinbart. Für Schulen ist der Betrag damit von vornherein gedeckelt und kann nur nach unten abweichen, nie nach oben. Änderungen am Modell gibt es nicht kurzfristig; was bei der Anfrage vereinbart wurde, gilt.
Was kostet die Lesung für eine ganze Klasse?
Bei 20 Kindern höchstens 100 €, und zwar nur, wenn kein einziges Kind bestellt. Mit jeder Bestellung sinkt der Betrag, und in der Praxis liegt die tatsächliche Summe deutlich darunter. Zum Vergleich: Die Honorarempfehlung der IG Autorinnen Autoren liegt bei mindestens 300 € zuzüglich Spesen – eine Summe, die für eine einzelne Klasse an einer kleinen Schule schwer aufzubringen ist und die vielerorts der Grund dafür ist, dass Lesungen gar nicht erst angefragt werden. Genau dort setzt das Modell an. Für die Schule bedeutet es außerdem Planungssicherheit: Der Höchstbetrag steht von vornherein fest, und er kann nur niedriger werden, nie höher. Das erleichtert die Abstimmung mit der Klassenkassa oder dem Elternverein erheblich. Wer den Betrag vorab budgetieren muss, rechnet deshalb am besten mit dem Höchstwert und kalkuliert die Bestellungen als Entlastung.
Muss man ein Buch kaufen?
Nein. Der Bestellschein ist ein Angebot. Wer nichts bestellt, zahlt die 5 €, und in der Klasse ist nicht erkennbar, wer bestellt hat und wer nicht – die Scheine werden gesammelt abgegeben, nicht einzeln eingesammelt. Dieser Punkt ist bewusst so gelöst, weil an jeder Schule Familien mit unterschiedlichen Möglichkeiten sitzen und niemand sich dafür erklären soll. Die Lesung selbst ist davon unabhängig: Alle Kinder machen mit, alle bekommen eine Sammelkarte, und der Ablauf enthält an keiner Stelle Werbung für den Kauf. Der Bestellschein wird am Ende einfach mitgegeben. Erfahrungsgemäß bestellen Familien ohnehin eher dann, wenn kein Druck entsteht – und Schulen berichten deutlich seltener von unangenehmen Situationen als bei klassischen Büchertischen. Die Scheine gehen mit nach Hause und werden dort in Ruhe angeschaut, statt im Klassenzimmer entschieden zu werden.
Wer zahlt den Beitrag üblicherweise?
Meist die Eltern über die Klassenkassa. Häufig übernimmt auch der Elternverein den Beitrag ganz oder teilweise, damit alle Kinder unabhängig vom Elternhaus teilnehmen können – das ist die Variante, die Schulen am häufigsten wählen, weil sie die Frage nach dem Geld aus der Klasse heraushält. Denkbar ist ebenso eine Finanzierung aus Mitteln für Leseförderung oder aus einem Schulbudget für Projekttage, sofern ein solches vorhanden ist. Wie abgerechnet wird, lässt sich bei der Anfrage klären; üblich ist eine Sammelabrechnung mit der Schule statt einzelner Beträge. Wichtig ist nur, die Frage vorher zu klären und nicht am Tag der Lesung, damit am Vormittag selbst niemand mit Geld hantieren muss. Am einfachsten ist, das gleich bei der Anfrage anzusprechen, damit Schule und Elternverein Zeit zur Abstimmung haben. Die Lesung selbst findet unabhängig davon statt, wer am Ende bezahlt hat.
Warum ist der Beitrag so viel niedriger als übliche Honorare?
Weil Edith Helminger im eigenen Familienverlag veröffentlicht und den Buchverkauf direkt abwickelt. Die Lesung finanziert sich über die Bücher mit, sodass der Beitrag pro Kind niedrig bleiben kann. Ein Autor mit Publikumsverlag kann dieses Modell in der Regel nicht anbieten: Dort läuft der Verkauf über den Buchhandel, die Autorin erhält nur einen Bruchteil des Ladenpreises, und die Lesung muss sich allein über das Honorar tragen. Daraus folgt kein Qualitätsunterschied, sondern ein Unterschied in der Kostenstruktur. Für Schulen ist der praktische Effekt, dass eine Lesung auch dann möglich wird, wenn kein Budget für Autorenhonorare vorhanden ist – und das ist an Volksschulen der Normalfall und nicht die Ausnahme. Für Eltern heißt es, dass sie für dasselbe Erlebnis deutlich weniger zahlen als bei einer klassisch honorierten Lesung.
Was ist im Beitrag alles enthalten?
Die komplette Lesung über eine Unterrichtseinheit, alle Mitmach-Elemente, die Illustrationen per Beamer, die Fragerunde und eine Sammelkarte für jedes Kind. Bestellscheine werden mitgegeben, ohne dass eine Bestellung erwartet wird. Ebenfalls enthalten ist die Abstimmung im Vorfeld: welches Buch zur Schulstufe passt, wie der Raum eingerichtet wird und wie der Ablauf zur Tagesplanung der Schule passt. Nicht enthalten ist die Anfahrt, die abhängig von Ort und Termin gesondert abgestimmt wird. Die Schule selbst muss nichts anschaffen und nichts vorbereiten außer einem Raum mit Beamer und einer passenden Sitzordnung – Material, Bücher und Technikzubehör werden mitgebracht. Damit bleibt der organisatorische Aufwand für die Schule auf das Terminfinden beschränkt. Wer darüber hinaus etwas wünscht, etwa eine längere Einheit oder eine zweite Klasse, spricht das am besten vorab an.
Fallen Fahrtkosten an?
Die Anfahrt wird bei der Anfrage abgestimmt, abhängig von Ort und Termin. Eine pauschale Angabe gibt es nicht, weil sie für eine Schule im Umland etwas völlig anderes bedeuten würde als für eine Schule am anderen Ende des Landes. Sinnvoll ist deshalb, bei der Anfrage gleich die Anschrift der Schule mitzuschicken – dann lässt sich die Frage im ersten Austausch klären und muss nicht später aufgemacht werden. Für Schulen, die weiter entfernt liegen, lohnt es außerdem, sich mit einer Nachbarschule abzustimmen: Zwei Lesungen am selben Tag in derselben Gegend teilen die Anfahrt und machen einen Termin in vielen Fällen erst möglich. Für die Planung heißt das, früh anzufragen und beim Datum flexibel zu bleiben. Eine Zusage zum Termin erfolgt daher erst, wenn auch die Anfahrt geklärt ist. Bei Terminen in größerer Entfernung lohnt außerdem, den Vormittag mit zwei Einheiten zu füllen, damit die Fahrt sich für beide Seiten rechnet.
Gibt es Konditionen für Büchereien oder offene Veranstaltungen?
Ja. Weil dort keine feste Gruppe zusammenkommt und Bestellscheine nicht funktionieren, werden die Konditionen individuell vereinbart. Das Modell mit 5 € pro Kind beruht darauf, dass der Beitrag bei einer Buchbestellung gutgeschrieben wird – und das setzt voraus, dass man weiß, wer teilnimmt. Bei einer offenen Veranstaltung in einer Bücherei, auf einem Fest oder in einer Buchhandlung ist das nicht der Fall: Kinder kommen dazu und gehen wieder, die Gruppe wechselt, und eine Abrechnung pro Kind wäre weder praktikabel noch sinnvoll. Inhaltlich wird die Lesung in solchen Fällen angepasst, meist kürzer und in sich abgeschlossen, damit auch Kinder etwas davon haben, die erst in der Mitte dazukommen. Die Absprache erfolgt direkt mit dem Veranstalter. Wer eine solche Veranstaltung plant, meldet sich am besten früh, weil die Abstimmung mehr Vorlauf braucht als eine Schullesung.
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