Wer eine Lesung in den Stundenplan einplant, will wissen, was in dieser Unterrichtseinheit tatsächlich passiert: wie viel Zeit auf was entfällt, wie laut es wird und was vorher im Raum stehen muss.
Diese Seite beschreibt den Ablauf Phase für Phase. Warum eine Lesung überhaupt lohnt, steht auf der Übersichtsseite Lesung erleben; das Beitragsmodell erklärt Was kostet eine Autorenlesung?.
Die fünf Phasen
Die Zeiten sind Richtwerte. Je nach Schulstufe und Gruppengröße verschiebt sich das Verhältnis – bei den Kleinsten wird die Lesepassage kürzer und der Bewegungsanteil größer.
| Phase | Dauer | Was passiert |
|---|---|---|
| Ankommen | ca. 5 Min. | Begrüßung, Vorstellung, erste Fragen an die Klasse |
| Landkarte und Figuren | ca. 10 Min. | Die Klasse erarbeitet Schauplatz und Held:innen |
| Lesung | ca. 15 Min. | Vorlesen mit den Bildern am Beamer, mit Mitmach-Stellen |
| Team-Aufgaben | ca. 8 Min. | gemeinsames Rätseln und Lösen |
| Fragen und Abschluss | ca. 7 Min. | Fragerunde, Sammelkarten für alle Kinder |
Ankommen: die ersten fünf Minuten
Zu Beginn stellt sich Edith Helminger vor, zeigt den Igel Igebitz und stellt der Klasse die ersten Fragen. Wer kennt einen Igel? Wer hat schon einmal einen im Garten gesehen?
Diese Minuten sind wichtiger, als sie aussehen. Eine Klasse, die gleich zu Beginn antworten darf, bleibt die restlichen vierzig Minuten aufmerksamer als eine, die zuerst zwanzig Minuten still zuhört und dann mitmachen soll.
Landkarte und Figuren: die Geschichte bekommt einen Ort
Bevor gelesen wird, entsteht gemeinsam die Landkarte der Geschichte. Wo liegt der Smaragdwald, wo der Kristallsee, wo der Düstersumpf? Die Kinder ordnen zu, raten, ergänzen.
Danach werden die Figuren vorgestellt – wer ist wer, und was kann jeder von ihnen. Wenn die Lesung dann beginnt, kennt die Klasse Schauplatz und Personal bereits. Das ist der Unterschied zwischen Zuhören und Mitfiebern.
Die Lesung selbst
Im Hauptteil läuft die Geschichte, während die Illustrationen groß über den Beamer laufen. An festgelegten Stellen wird die Klasse geholt: Wie geht es weiter? Welches Geräusch macht das? Wer traut sich, das vorzumachen?
Welches Buch gelesen wird, hängt von der Schulstufe ab. Für die Grundstufe I sind es die Bilderbücher mit kurzen Passagen und vielen Bildern, für die Grundstufe II ein Kapitel aus den Lesebüchern mit mehr Handlung.
Warum der Wechsel zwischen Zuhören und Mitmachen wichtig ist
Die Aufmerksamkeitsspanne von Volksschulkindern für reines Zuhören liegt bei wenigen Minuten. Danach beginnt Unruhe – nicht aus Desinteresse, sondern weil die Konzentration aufgebraucht ist.
Deshalb wechselt der Aufbau bewusst zwischen Zuhören, Antworten, Bewegen und Rätseln. Jeder Wechsel setzt die Aufmerksamkeit neu an.
Für dich als Lehrkraft heißt das: Eine gewisse Lautstärke gehört dazu. Die Kinder sind laut, weil sie beteiligt sind.
Fragerunde: oft der beste Teil
Zum Schluss darf gefragt werden. Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben? Wer malt die Bilder? Warum ist das eine Buch so dick und das andere so dünn? Gibt es Igebitz wirklich?
Die Fragerunde ist der Moment, in dem aus dem Buch etwas wird, das ein Mensch gemacht hat. Danach bekommt jedes Kind eine Sammelkarte. Bestellscheine werden mitgegeben, ohne dass eine Bestellung erwartet wird.
Was die Schule vorbereiten muss
Der organisatorische Aufwand ist bewusst klein gehalten: kein Bühnenaufbau, keine Technikprobe, ein normaler Klassen- oder Mehrzweckraum genügt.
| Punkt | Was gebraucht wird |
|---|---|
| Raum | Klassenzimmer, Mehrzweckraum oder Bibliothek |
| Technik | Beamer, Smartboard oder großer Bildschirm mit HDMI-Anschluss |
| Verdunkelung | hilfreich, aber kein Muss |
| Sitzordnung | Halbkreis, Sesselkreis oder Sitzkissen – Nähe wirkt besser als Reihen |
| Zeit | eine Unterrichtseinheit, plus rund 15 Minuten Aufbau davor |
| Begleitung | eine Lehrperson bleibt im Raum |
| Vorbereitung | optional ein Buch vorab vorlesen – nicht nötig, aber schön |
Nach der Lesung: den Schwung nutzen
Die Wirkung hält am längsten, wenn in den Tagen danach etwas daran anknüpft. Aufwendig muss das nicht sein.
- Das gelesene Buch als Klassenlektüre kapitelweise weiterlesen.
- Die Kinder eine eigene Fortsetzung schreiben oder zeichnen lassen.
- Die gemeinsame Landkarte im Klassenzimmer aufhängen und weiter ergänzen.
- Eine Lieblingsfigur zeichnen und einen Steckbrief dazu schreiben.
- Einen Lese-Pass starten – die Vorlage gibt es gratis.
- Passende Übungen aus der Igebitz-Lernwelt einsetzen.

