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Familie · Familie mit mehreren Kindern

Kleidung, Bücher, Schuhe weitergeben

Ein System, das ohne Suchen funktioniert – und die Frage, wann das Jüngere etwas Eigenes braucht.

Ein Abstellraum mit drei beschrifteten Stoffboxen im Regal, eine davon offen mit gefalteter Kleidung, darauf ein Pullover; daneben stehen Winterstiefel.
Ein System ohne Suchen – und für das Jüngste trotzdem regelmäßig etwas Eigenes.

In Familien mit mehreren Kindern ist das Weitergeben von Kleidung, Büchern und Ausrüstung der größte Einzelposten an Ersparnis – und gleichzeitig eine der häufigeren Quellen von Unmut beim jüngeren Kind.

Beides lässt sich vereinbaren, und zwar über zwei Entscheidungen: ein System, das ohne Suchen funktioniert, und eine bewusste Ausnahme für das, was neu sein soll.

Dieser Beitrag beschreibt das System, die Ausnahmen und den Umgang mit dem Widerstand. Der Überblick steht unter Familie mit mehreren Kindern.

Das System: nach Größe, nicht nach Kind

Der häufigste Fehler beim Aufbewahren ist die Sortierung nach Kind oder nach Saison. Wirksam ist die Sortierung nach Größe, weil Größe das einzige Kriterium ist, nach dem später gesucht wird.

Praktisch heißt das: eine Kiste pro Größe, beschriftet mit der Zahl, und zwar außen groß und lesbar. Wer im Herbst die Kiste mit »122« aus dem Keller holt, ist in zehn Minuten fertig.

Dazu gehört eine Regel beim Einsortieren: Was hineinkommt, ist gewaschen und ganz. Ein T-Shirt mit Fleck, das zwei Jahre wartet, ist danach nicht besser – es kostet nur Platz und Zeit beim Aussortieren.

Zwei Kisten pro Größe reichen. Der Fehler, der aus dem Weitergeben ein Lager macht, ist das Aufheben von allem. Brauchbar ist eine Obergrenze: zwei Kisten pro Größe, und was nicht hineinpasst, wird weitergegeben oder gespendet. Diese Grenze erzwingt die Auswahl – und ausgewählt wird, was gut ist und gern getragen wurde, nicht was zufällig übrig blieb.

Was gut weitergeht

Am unproblematischsten sind Oberbekleidung, Hosen, Jacken, Regensachen, Winterausrüstung und Sportbekleidung. Sie nutzen sich weniger ab, als man annimmt, weil Kinder herauswachsen, bevor sie kaputtgehen.

Ebenso gut gehen Bücher, Spiele, Puzzles, Werkzeug, Malsachen, Schulmaterial ohne Verbrauch und Turnsackerl. Bei Büchern gibt es sogar einen Vorteil: Ein Buch, das ein Geschwisterkind geliebt hat, wird eher gelesen.

Bei Schultaschen kommt es auf zwei Dinge an – Trageriemen samt Polsterung und die Form der Rückenpolsterung. Sind beide intakt, spricht wenig dagegen; die Reflektoren gehören allerdings geprüft, weil sie mit den Jahren blind werden.

Gut weitergebenEher nicht
Jacken, Hosen, Pullover, RegensachenSchuhe, die länger getragen wurden
Winterausrüstung, Skisachen, Helme mit DatumHelme nach Sturz oder über fünf Jahre alt
Bücher, Spiele, PuzzlesMalsachen, die ausgetrocknet sind
Schultasche bei intakten RiemenPinsel, Scheren, bröselige Buntstifte
Turnsackerl, SportbekleidungZahnbürsten, Trinkflaschen mit Rissen
Fahrrad, Roller, SchlittenSockenschuhe und Hausschuhe

Warum Schuhe die Ausnahme sind

Schuhe sind der eine Bereich, in dem das Weitergeben problematisch ist. Der Grund ist einfach: Ein Schuh, der länger getragen wurde, hat sich dem ersten Fuß angepasst – im Fußbett, in der Fersenkappe, in der Abrollzone.

Für das zweite Kind bedeutet das eine Passform, die nicht zu seinem Fuß gehört. Bei kaum getragenen Schuhen ist das unerheblich, bei einem Paar, das eine Saison lang täglich im Einsatz war, nicht.

Praktisch brauchbar ist eine Unterscheidung: Gummistiefel, Hausschuhe für kurze Zeiträume und Schuhe, die selten getragen wurden, gehen weiter. Der tägliche Straßenschuh und der Winterschuh nach einer Saison eher nicht.

Bücher gehören ins Regal

Bei Büchern lohnt eine eigene Entscheidung: Sie gehören nicht in den Keller, sondern ins Regal. Ein Buch, das weggeräumt ist, wird nicht gelesen, und die Ersparnis steht in keinem Verhältnis zum Verlust.

Wirksam ist ein gemeinsames Regal im Wohnraum statt eines pro Kind im Zimmer. Bücher werden dort von allen gesehen, und ein Vierjähriger greift nach dem Buch des Achtjährigen, sobald es in Reichweite ist.

Was ausgeräumt werden kann, sind Bilderbücher für Säuglinge und alles, was zerfallen ist. Alles andere bleibt, weil Lesemenge der stärkste Hebel überhaupt ist – die Einzelheiten stehen unter Mein Kind liest nicht gern.

Was neu sein soll

Das jüngere Kind braucht einige Dinge, die neu und eigen sind, und das ist keine Frage des Geldes, sondern der Zugehörigkeit. Ein Kind, das ausschließlich Gebrauchtes bekommt, zieht daraus Schlüsse über seine Stellung.

Brauchbar ist eine kleine, feste Liste. Die Schultasche im ersten Schuljahr, die Winterjacke, das Federpennal, eine Trinkflasche, ein Kuscheltier – nicht alles, aber einige Dinge, und zwar erkennbar ausgewählt.

Wichtig ist außerdem der Zeitpunkt. Ein neues Stück wirkt am stärksten dort, wo es sichtbar ist: bei der Schultasche, bei der Jacke, bei den Schuhen. Neue Unterwäsche zählt für ein Kind nicht.

Eines pro Anlass, aber sichtbar. Wer die Kosten begrenzen will, entscheidet sich für ein sichtbares neues Stück pro Anlass – Schulstart, Geburtstag, Winteranfang – und lässt alles Übrige weitergegeben. Das kostet wenig und erledigt das Thema fast vollständig. Entscheidend ist, dass das Kind beim Auswählen dabei war: Ein neues Stück, das ausgesucht wurde, wirkt anders als eines, das auf dem Bett liegt.

Wenn das jüngere Kind sich weigert

Widerstand gegen Weitergegebenes ist normal und nimmt im Volksschulalter zu, weil dann der Vergleich mit anderen Kindern beginnt. Er richtet sich fast immer gegen etwas Sichtbares.

Wirksam ist, den Punkt ernst zu nehmen und ihn zu begrenzen: Was sichtbar ist, darf ausgesucht werden; was nicht sichtbar ist, wird weitergegeben. Das ist eine Regel, die Kinder akzeptieren.

Nicht wirksam ist die Diskussion über Vernunft und Umwelt. Beide Argumente sind richtig und erreichen ein Achtjähriges nicht, das mit der Jacke seines Bruders in die Schule geht.

Wohin mit dem Überschuss

Was übrig bleibt, verschwindet in den meisten Familien im Keller. Brauchbar ist stattdessen ein festes Datum: zweimal im Jahr wird durchgesehen, und was nicht mehr gebraucht wird, verlässt das Haus.

Wege dafür gibt es mehrere. Kleiderbasare von Elternvereinen und Pfarren, Sozialmärkte, Flohmarktgruppen, Nachbarschaftsgruppen, Caritas und ähnliche Einrichtungen nehmen gut erhaltene Kindersachen gern.

Sinnvoll ist, das Kind dabei mitreden zu lassen. Ein Kind, das entscheidet, wer seine Jacke bekommt, gibt sie leichter her – und es lernt dabei etwas über den Wert von Dingen.

Was das über die Jahre bringt

Die Schulkostenstudie der Arbeiterkammer nennt für Volksschulkinder durchschnittlich 2.254 Euro pro Schuljahr, davon 464 Euro als Sommerausgaben. Ein erheblicher Teil davon ist Material und Bekleidung.

In einer Familie mit mehreren Kindern lässt sich davon ein guter Teil einsparen, ohne dass ein Kind etwas entbehrt. Das ist der praktische Grund, warum das System die Mühe wert ist.

Wichtiger als die Summe ist allerdings die Haltbarkeit der Sachen. Wer beim ersten Kind besser kauft, gibt beim dritten noch etwas Brauchbares weiter – und das rechnet sich über die Jahre deutlich.

Angaben geprüft: September 2026. Beträge, Fristen und Empfehlungen werden jährlich nachgesehen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Thema

Wie bewahrt man Kleidung zum Weitergeben am besten auf?
Nach Größe sortiert, nicht nach Kind und nicht nach Saison. Größe ist das einzige Kriterium, nach dem später gesucht wird, und jede andere Sortierung führt dazu, dass man im Herbst drei Kisten öffnet. Praktisch heißt das: eine Kiste pro Größe, beschriftet mit der Zahl, und zwar außen groß und lesbar – wer die Kiste mit »122« aus dem Keller holt, ist in zehn Minuten fertig. Dazu gehört eine Regel beim Einsortieren: Was hineinkommt, ist gewaschen und ganz. Ein T-Shirt mit Fleck, das zwei Jahre wartet, ist danach nicht besser, es kostet nur Platz und Zeit beim Aussortieren. Was hineinkommt, ist gewaschen und ganz – sonst kostet es nur Platz. Jede andere Sortierung führt dazu, dass man im Herbst drei Kisten öffnet. Wirksam wird das erst durch Wiederholung über Wochen und nicht durch ein einzelnes Gespräch. Entscheidend ist dabei nicht die Absicht, sondern was beim Kind ankommt.
Wie verhindert man, dass daraus ein Lager wird?
Mit einer Obergrenze. Der Fehler, der aus dem Weitergeben ein Lager macht, ist das Aufheben von allem – und der Keller füllt sich schneller, als Kinder wachsen. Brauchbar ist eine feste Grenze: zwei Kisten pro Größe, und was nicht hineinpasst, wird weitergegeben oder gespendet. Diese Grenze erzwingt die Auswahl, und ausgewählt wird, was gut ist und gern getragen wurde, nicht was zufällig übrig blieb. Dazu kommt ein festes Datum: zweimal im Jahr wird durchgesehen, und was nicht mehr gebraucht wird, verlässt das Haus. Ohne diesen Termin bleibt alles liegen, weil einzeln nie der richtige Zeitpunkt ist. Ohne festen Termin bleibt alles liegen, weil einzeln nie der richtige Zeitpunkt ist. Die Grenze erzwingt die Auswahl, und das ist ihr Zweck. Wirksam wird das erst durch Wiederholung über Wochen und nicht durch ein einzelnes Gespräch. Entscheidend ist dabei nicht die Absicht, sondern was beim Kind ankommt.
Was lässt sich gut weitergeben?
Am unproblematischsten sind Oberbekleidung, Hosen, Jacken, Regensachen, Winterausrüstung und Sportbekleidung – sie nutzen sich weniger ab, als man annimmt, weil Kinder herauswachsen, bevor die Sachen kaputtgehen. Ebenso gut gehen Bücher, Spiele, Puzzles, Werkzeug, Malsachen, Schulmaterial ohne Verbrauch und Turnsackerl. Bei Büchern gibt es sogar einen Vorteil: Ein Buch, das ein Geschwisterkind geliebt hat, wird eher gelesen. Bei Schultaschen kommt es auf zwei Dinge an – Trageriemen samt Polsterung und die Form der Rückenpolsterung; sind beide intakt, spricht wenig dagegen, die Reflektoren gehören aber geprüft. Die Reflektoren an einer weitergegebenen Schultasche gehören geprüft, weil sie mit den Jahren blind werden. Ein Buch, das ein Geschwisterkind geliebt hat, wird eher gelesen. Wirksam wird das erst durch Wiederholung über Wochen und nicht durch ein einzelnes Gespräch.
Kann man Schuhe weitergeben?
Eingeschränkt, und das ist die eine echte Ausnahme. Ein Schuh, der länger getragen wurde, hat sich dem ersten Fuß angepasst – im Fußbett, in der Fersenkappe, in der Abrollzone –, und für das zweite Kind bedeutet das eine Passform, die nicht zu seinem Fuß gehört. Bei kaum getragenen Schuhen ist das unerheblich, bei einem Paar, das eine Saison lang täglich im Einsatz war, nicht. Praktisch brauchbar ist eine Unterscheidung: Gummistiefel, Hausschuhe für kurze Zeiträume und Schuhe, die selten getragen wurden, gehen weiter. Der tägliche Straßenschuh und der Winterschuh nach einer Saison eher nicht. Der tägliche Straßenschuh und der Winterschuh nach einer Saison gehen eher nicht weiter. Bei kaum getragenen Schuhen ist die Anpassung unerheblich. Wirksam wird das erst durch Wiederholung über Wochen und nicht durch ein einzelnes Gespräch. Entscheidend ist dabei nicht die Absicht, sondern was beim Kind ankommt.
Wo bewahrt man Bücher auf?
Im Regal und nicht im Keller. Bei Büchern lohnt eine eigene Entscheidung: Ein Buch, das weggeräumt ist, wird nicht gelesen, und die Ersparnis an Platz steht in keinem Verhältnis zum Verlust. Wirksam ist ein gemeinsames Regal im Wohnraum statt eines pro Kind im Zimmer – Bücher werden dort von allen gesehen, und ein Vierjähriger greift nach dem Buch des Achtjährigen, sobald es in Reichweite ist. Was ausgeräumt werden kann, sind Bilderbücher für Säuglinge und alles, was zerfallen ist. Alles andere bleibt, weil die Lesemenge der stärkste Hebel für die Leseentwicklung überhaupt ist. Die Lesemenge ist der stärkste Hebel für die Leseentwicklung überhaupt. Ein Buch im Keller wird nicht gelesen, ein Buch in Reichweite schon. Wirksam wird das erst durch Wiederholung über Wochen und nicht durch ein einzelnes Gespräch. Entscheidend ist dabei nicht die Absicht, sondern was beim Kind ankommt.
Was sollte neu sein?
Einiges, und das ist keine Frage des Geldes, sondern der Zugehörigkeit. Ein Kind, das ausschließlich Gebrauchtes bekommt, zieht daraus Schlüsse über seine Stellung in der Familie. Brauchbar ist eine kleine, feste Liste: die Schultasche im ersten Schuljahr, die Winterjacke, das Federpennal, eine Trinkflasche, ein Kuscheltier – nicht alles, aber einige Dinge, und zwar erkennbar ausgewählt. Wichtig ist außerdem der Zeitpunkt: Ein neues Stück wirkt am stärksten dort, wo es sichtbar ist, also bei Schultasche, Jacke und Schuhen. Neue Unterwäsche zählt für ein Kind nicht, auch wenn sie mehr kostet. Neue Unterwäsche zählt für ein Kind nicht, auch wenn sie mehr kostet. Entscheidend ist, dass das Kind beim Auswählen dabei war. Wirksam wird das erst durch Wiederholung über Wochen und nicht durch ein einzelnes Gespräch. Entscheidend ist dabei nicht die Absicht, sondern was beim Kind ankommt.
Was tun, wenn das jüngere Kind Gebrauchtes ablehnt?
Den Punkt ernst nehmen und begrenzen. Widerstand gegen Weitergegebenes ist normal und nimmt im Volksschulalter zu, weil dann der Vergleich mit anderen Kindern beginnt – und er richtet sich fast immer gegen etwas Sichtbares. Wirksam ist eine einfache Regel: Was sichtbar ist, darf ausgesucht werden; was nicht sichtbar ist, wird weitergegeben. Das ist eine Regel, die Kinder akzeptieren, weil sie ihnen etwas gibt. Nicht wirksam ist die Diskussion über Vernunft und Umwelt: Beide Argumente sind richtig und erreichen ein Achtjähriges nicht, das mit der Jacke seines Bruders in die Schule geht. Beide Argumente sind richtig und erreichen ein Achtjähriges nicht. Was sichtbar ist, darf ausgesucht werden – das ist die brauchbare Grenze. Wirksam wird das erst durch Wiederholung über Wochen und nicht durch ein einzelnes Gespräch. Entscheidend ist dabei nicht die Absicht, sondern was beim Kind ankommt.
Wohin mit dem, was übrig bleibt?
Aus dem Haus, und zwar zu einem festen Termin. Wege dafür gibt es mehrere: Kleiderbasare von Elternvereinen und Pfarren, Sozialmärkte, Flohmarktgruppen, Nachbarschaftsgruppen, Caritas und ähnliche Einrichtungen nehmen gut erhaltene Kindersachen gern. Sinnvoll ist, das Kind dabei mitreden zu lassen – ein Kind, das entscheidet, wer seine Jacke bekommt, gibt sie leichter her, und es lernt dabei etwas über den Wert von Dingen. Was die Sache lohnend macht: Die Schulkostenstudie der Arbeiterkammer nennt für Volksschulkinder 2.254 Euro pro Schuljahr, und ein erheblicher Teil davon ist Material und Bekleidung. Ein Kind, das entscheidet, wer seine Jacke bekommt, gibt sie leichter her. Wer beim ersten Kind besser kauft, gibt beim dritten noch etwas Brauchbares weiter. Wirksam wird das erst durch Wiederholung über Wochen und nicht durch ein einzelnes Gespräch. Entscheidend ist dabei nicht die Absicht, sondern was beim Kind ankommt.
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