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Ratgeber · Igel

Rund um den Igel

Steckbrief, Winterschlaf, Nahrung und Gartenhilfe – alles über echte Igel, kindgerecht erklärt.

Die 8 Beiträge zu diesem Thema

Darunter folgt der Überblick zum Thema.

Rund um den Igel
Der Igel Igebitz macht Lust, mehr über echte Igel zu erfahren.

Der kleine Igel Igebitz macht Kindern Lust, mehr über echte Igel zu erfahren. Und tatsächlich sind Igel faszinierende und nützliche Tiere: Sie fressen Schnecken und Insekten, halten einen langen Winterschlaf und leben oft direkt in unseren Gärten – meistens, ohne dass wir sie je zu Gesicht bekommen.

Dieser Ratgeber bündelt alles Wichtige rund um den Igel: den Steckbrief mit Größe, Gewicht und Lebenserwartung, den Speiseplan, den Winterschlaf, die Jungigel im Sommer und die Frage, wann ein Igel wirklich Hilfe braucht. Alle Angaben sind so formuliert, dass man sie Kindern vorlesen und erklären kann.

Zu jedem Thema gibt es weiter unten einen ausführlichen Beitrag – und den Igel-Steckbrief samt Jahres-Checkliste kostenlos zum Ausdrucken.

Der Igel im Steckbrief

Der Igel (genauer: der Braunbrustigel, Erinaceus europaeus) ist ein kleines, stacheliges Säugetier, das in Europa weit verbreitet ist. Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick:

MerkmalDas steckt dahinter
Größe24 bis 28 cm Körperlänge
Gewicht800 bis 1.500 g
Stachelnrund 6.000–8.000 Stück – Schutz vor Feinden
NahrungKäfer, Würmer, Raupen, Ohrwürmer, Schnecken
Aktivdämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber im Nest
Winterschlafetwa November bis März/April
Nachwuchs2 bis 10 Junge, im Schnitt fünf
Lebenserwartungin freier Natur durchschnittlich rund vier Jahre
Schutzstatusgeschützt – Igel dürfen nicht einfach mitgenommen werden
Nutzen im Gartenfrisst Schnecken und Insekten – ganz ohne Gift
Zum Ausdrucken: Alle Zahlen aus dieser Tabelle gibt es auch als Igel-Steckbrief zum Aufhängen – gratis als PDF.

Wie es dem Igel geht

Der Igel gilt vielen als selbstverständlicher Gartenbewohner. Das ist er immer weniger. 2024 hat die Weltnaturschutzunion IUCN den Westeuropäischen Igel (Erinaceus europaeus) erstmals als „potenziell gefährdet“ eingestuft.

Die Bestände sind laut dieser Einstufung in den vergangenen zehn Jahren je nach Land um 16 bis 33 Prozent zurückgegangen; in Flandern und in Bayern um rund die Hälfte. Als Ursachen nennt die IUCN die Zerstörung ländlicher Lebensräume durch intensive Landwirtschaft, Straßen und Siedlungsbau (science.ORF.at).

In Österreich sind Igel naturschutzrechtlich besonders geschützt. Für den eigenen Garten heißt das vor allem eines: Was dort an Deckung, Nahrung und Durchgang fehlt, fehlt dem Igel wirklich. Was konkret hilft, steht unter Igel im Garten.

Wie Igel leben: Einzelgänger der Nacht

Igel sind Einzelgänger. Außerhalb der Paarungszeit geht jedes Tier für sich auf Nahrungssuche, feste Paare oder Familien gibt es nicht. Erst in der Dämmerung wird der Igel wach, dann durchstreift er in einer Nacht mehrere Gärten und besucht dabei mehrere Gärten.

Tagsüber schläft er versteckt: unter einer Hecke, in einem Laubhaufen, unter dem Gartenhaus oder in einem dichten Reisighaufen. Deshalb gilt die einfache Faustregel: Ein Igel, der bei Tageslicht unterwegs ist, verhält sich nicht normal – außer, es handelt sich im Sommer um ein Weibchen, das Nistmaterial für seine Jungen sammelt.

Wird ein Igel erschreckt, rollt er sich zur Stachelkugel zusammen. Das ist seine wichtigste Verteidigung – und der Grund, warum Katze und Hund ihn meist schnell wieder in Ruhe lassen.

Gut zu wissen: Igel sind keine Nagetiere und mit Maus oder Ratte nicht verwandt. Sie gehören zu den Insektenfressern.

Igel-Nachwuchs: Jungigel im Sommer

Igel bekommen ihre Jungen im Sommer. Nach einer Tragzeit von 35 Tagen kommen zwei bis zehn Junge zur Welt, im Schnitt fünf. Neugeborene Igel sind blind und taub; Augen und Ohren öffnen sich erst nach etwa zwei Wochen. Ihre rund hundert Stacheln sind zunächst weiß und weich und werden erst nach und nach hart.

Nach etwa vier bis sechs Wochen verlassen die Jungigel zum ersten Mal das Nest und lernen bei der Mutter, was essbar ist. Danach sind sie auf sich allein gestellt. Wer im Spätsommer einen sehr kleinen Igel sieht, hat also meist einen ganz normalen Jungigel vor sich – kein Notfall.

Kritisch wird es bei späten Würfen im September oder Oktober: Diese Jungigel haben wenig Zeit, sich Winterspeck anzufressen. Sie sind es, die im November manchmal Hilfe brauchen.

  • Tragzeit: etwa 35 Tage
  • Wurfgröße: 2 bis 10 Junge, im Schnitt fünf
  • Bei der Geburt: blind und taub, mit rund hundert weichen weißen Stacheln
  • Selbstständig: nach etwa sechs Wochen
  • Späte Jungigel (September/Oktober) brauchen im Spätherbst oft Unterstützung

Das Igel-Jahr: was wann passiert

Das Leben des Igels folgt einem klaren Jahresrhythmus. Wer ihn kennt, weiß auch, wann im Garten welche Rücksicht nötig ist:

ZeitWas der Igel machtWas du tun kannst
März–Aprilerwacht aus dem Winterschlaf, ist ausgehungertWasser anbieten, Laubhaufen erst spät entfernen
MaiPaarungszeit, laute „Schnauf-Konzerte“ nachtsnachts nicht mähen, Garten nicht ausräumen
Juni–AugustJungigel kommen zur WeltHecken nicht schneiden, Mähroboter tagsüber laufen lassen
September–Oktoberfrisst sich Winterspeck anLaub liegen lassen, bei Bedarf zufüttern
Novemberzieht sich ins Winterquartier zurückQuartiere in Ruhe lassen, untergewichtige Tiere melden
Dezember–FebruarWinterschlafLaub- und Reisighaufen nicht anrühren

Was Igel fressen – und was ihnen schadet

Igel sind Insektenfresser. Käfer, Regenwürmer, Raupen, Ohrwürmer, Spinnen und Schnecken machen den Großteil ihrer Nahrung aus. Er frisst, was er nachts im Garten findet – und ist genau deshalb dort so nützlich.

Genauso wichtig ist, was nicht auf den Teller gehört: Milch können Igel nicht verdauen, sie bekommen davon schweren Durchfall. Auch Brot, Nudeln und Essensreste schaden mehr, als sie nützen. Wer zufüttern möchte, gibt fleischhaltiges Katzennassfutter und daneben immer frisches Wasser. Alle Details stehen im Beitrag Was fressen Igel?

Das dürfen IgelDas nicht
Käfer, Würmer, Raupen, SchneckenMilch – führt zu Durchfall
fleischhaltiges KatzennassfutterBrot, Nudeln, Essensreste
spezielles IgeltrockenfutterObst, Gemüse, Süßes
frisches Wassergewürzte oder gesalzene Speisen

Igel im Garten: die acht wichtigsten Hilfen

Ein igelfreundlicher Garten kostet nichts – er verlangt vor allem, ein bisschen weniger aufzuräumen. Diese acht Punkte helfen am meisten:

  • Wilde Ecke stehen lassen: hohes Gras, Sträucher, Brennnesseln – dort leben die Insekten.
  • Laub- und Reisighaufen anlegen: Unterschlupf im Sommer, Winterquartier im Winter.
  • Durchschlupf im Zaun schaffen: 10 bis 12 cm Abstand zum Boden oder ein Loch, damit der Igel wandern kann.
  • Frisches Wasser anbieten – in einer flachen Schale, niemals Milch.
  • Auf Gift und Schneckenkorn verzichten – es trifft auch den Igel.
  • Mähroboter nachts abschalten und vor dem Mähen nachsehen.
  • Kellerschächte, Gruben und Pools sichern oder Ausstiegshilfen hineinlegen.
  • Netze nachts einrollen – Igel verheddern sich darin.
Mehr dazu: Wie du jeden dieser Punkte konkret umsetzt, steht ausführlich im Beitrag Igel im Garten – so hilfst du ihm.

Wann ein Igel Hilfe braucht

Die meisten Igel, die man im Garten trifft, brauchen keine Hilfe – sie sind einfach auf Nahrungssuche. Es gibt aber klare Warnzeichen, bei denen man eine Igelstation oder eine Tierärztin anrufen sollte:

  • Der Igel liegt tagsüber sichtbar und regungslos herum.
  • Er torkelt, wackelt beim Laufen oder liegt auf der Seite.
  • Er ist sichtbar verletzt oder von Fliegeneiern und Maden befallen.
  • Es ist Mitte November und er wiegt deutlich unter 500 Gramm.
  • Ein Jungigel piepst laut und läuft ziellos umher.
Im Zweifel anrufen: Igelstationen und Tierärztinnen beraten meist kostenlos am Telefon. Der Anruf ist immer besser, als ein gesundes Tier mitzunehmen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht unter Igel gefunden – was tun?

Igel und Naturschutz: was erlaubt ist

Igel sind in Österreich und Deutschland geschützte Wildtiere. Das heißt: Man darf sie nicht fangen, nicht dauerhaft halten und nicht als Haustier pflegen. Erlaubt – und ausdrücklich erwünscht – ist es dagegen, kranke, verletzte oder stark untergewichtige Tiere aufzunehmen, gesund zu pflegen und danach wieder dort freizulassen, wo man sie gefunden hat.

Auch das Anlocken ist erlaubt: Wer seinen Garten naturnah gestaltet, lädt den Igel ein, ohne ihn zu halten. Wie das geht, steht unter Igel im Garten ansiedeln.

Igel für Kinder erklärt

Kinder lieben Igel – und über Igebitz, den kleinen Igel aus den Büchern von Edith Helminger, kommen viele Familien zum ersten Mal auf das Thema. Das ist ein schöner Einstieg: Wer eine Geschichte kennt, merkt sich die Fakten dahinter viel leichter.

Bewährt hat sich diese Reihenfolge: zuerst gemeinsam eine Igel-Geschichte lesen, dann den Steckbrief anschauen und schließlich im Garten eine kleine Igel-Ecke bauen. So wird aus einer Vorlesegeschichte ein echtes Naturprojekt – und aus dem Ausmalbild ein Plan für den eigenen Garten.

Alle Beiträge in diesem Ratgeber 8

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Thema

Was fressen Igel?
Igel sind Insektenfresser: Käfer, Regenwürmer, Raupen, Ohrwürmer, Spinnen und Schnecken stehen auf dem Speiseplan. Milch und Brot sind schädlich – zum Trinken gehört ausschließlich Wasser in die Schale. Wer zufüttern möchte, nimmt am besten Katzennassfutter ohne Soße oder spezielles Igelfutter, und zwar in einer flachen Schale an einer geschützten Stelle. Wichtig ist, dass Zufüttern die Ausnahme bleibt und nicht zur Dauereinrichtung wird: Ein Igel, der jede Nacht eine volle Schale vorfindet, stellt das Suchen ein und verliert damit genau die Bewegung, die ihn gesund hält. Deutlich mehr bringt ein Garten, in dem es tatsächlich Insekten gibt – also eine wilde Ecke, Laub, totes Holz und der Verzicht auf Gift. Futter ersetzt Lebensraum nicht. Wer regelmäßig füttert, sollte die Schale täglich reinigen und sie nach dem Winterschlafbeginn abräumen.
Wie schwer muss ein Igel für den Winterschlaf sein?
Als Faustregel gelten rund 500 Gramm Mitte November. Deutlich leichtere Tiere – vor allem späte Jungigel – schaffen den Winterschlaf oft nicht allein und brauchen Hilfe von einer Igelstation. Der Grund ist einfach: Während des Winterschlafs zehrt ein Igel von seinen Fettreserven, und ein zu leichtes Tier hat schlicht nicht genug davon, um bis zum Frühjahr durchzukommen. Es wacht dann mitten im Winter auf, findet keine Nahrung und verhungert. Wichtig ist allerdings, dass das Gewicht nur ein Anhaltspunkt ist und nicht das einzige Kriterium. Ein Igel mit 550 Gramm, der träge wirkt oder sichtbar Parasiten hat, braucht ebenso Hilfe wie ein leichteres, aber munteres Tier. Im Zweifel gilt deshalb immer dasselbe: zuerst bei einer Igelstation anrufen und schildern, was man sieht. Wer ein Tier im Herbst wiegt, notiert am besten Datum und Gewicht, weil die Entwicklung über ein paar Tage mehr aussagt als ein einzelner Wert.
Wie alt werden Igel?
In freier Natur werden Igel meist nur zwei bis vier Jahre alt; sieben Jahre sind die Ausnahme. Straßenverkehr, Gift und fehlende Winterquartiere sind die häufigsten Gründe. Gemessen an dem, was biologisch möglich wäre, ist das wenig – unter guten Bedingungen könnten Igel deutlich älter werden. Besonders kritisch ist das erste Lebensjahr: Ein großer Teil der Jungigel überlebt den ersten Winter nicht, vor allem wenn sie spät im Jahr geboren wurden und bis zum Winterschlaf nicht genug zunehmen konnten. Für den einzelnen Garten heißt das, dass jede der üblichen Hilfen tatsächlich etwas verändert. Ein nachts abgeschalteter Mähroboter, ein gesicherter Lichtschacht und der Verzicht auf Schneckenkorn verhindern genau die Todesursachen, die in dieser Aufzählung ganz oben stehen. Für Kinder ist das eine gut fassbare Rechnung: Jede beseitigte Gefahr im Garten verlängert ein Igelleben messbar.
Warum läuft ein Igel tagsüber herum?
Weil etwas nicht stimmt. Igel sind nachtaktiv. Ein Tier, das bei Tageslicht sichtbar unterwegs ist oder regungslos daliegt, ist meist krank, verletzt oder ausgehungert – bitte eine Igelstation anrufen. Die eine Ausnahme ist ein Weibchen, das im Sommer zügig Nistmaterial sammelt: Ein flott laufender Igel mit Laub oder Gras im Maul verfolgt ein klares Ziel und ist kein Notfall. Der Unterschied ist an der Bewegung gut zu erkennen. Ein hilfsbedürftiges Tier wirkt unsicher, torkelt, liegt offen auf einer Fläche ohne Deckung oder reagiert kaum, wenn man sich nähert. Wer unsicher ist, beobachtet ein paar Minuten aus Entfernung, statt sofort einzugreifen – und ruft dann an, statt selbst zu entscheiden. Falsch verstandene Hilfe schadet einem gesunden Igel mehr, als sie nützt. Bis zum Rückruf stellt man das Tier am besten geschützt in einen hohen Karton mit Zeitungspapier, ohne es zu füttern.
Wie viele Stacheln hat ein Igel?
Ein ausgewachsener Igel trägt 6.000 bis 8.000 Stacheln. Sie sind umgebildete Haare und werden regelmäßig einzeln erneuert, ähnlich wie bei einem Fellwechsel – ein Igel verliert also ständig ein paar Stacheln und bildet neue nach. Das ist der Grund, warum einzelne Stacheln im Garten kein Anlass zur Sorge sind. Die Stacheln sitzen in einem kräftigen Hautmuskel, mit dem sich der Igel bei Gefahr zu einer Kugel zusammenzieht und die Stacheln aufrichtet. Genau dieser Schutzreflex wird ihm allerdings dort zum Verhängnis, wo die Gefahr nicht von einem Fressfeind kommt: Vor einem Auto oder einem Mähroboter flieht ein Igel nicht, sondern rollt sich ein. Für Kinder ist das ein gut verständlicher Zusammenhang und einer der Gründe, warum Igel im Garten Rücksicht brauchen. Wer einen Igel aufnehmen muss, trägt deshalb Handschuhe – nicht aus Angst, sondern weil die Stacheln bei Druck tatsächlich pieksen.
Wie hilft man Igeln im Garten?
Mit wilden Ecken, Laub- und Reisighaufen, frischem Wasser, dem Verzicht auf Schneckenkorn, Vorsicht beim Mähen, abgeschaltetem Mähroboter bei Nacht und Durchschlüpfen im Zaun. Wer nur eine einzige Sache umsetzen kann, beginnt beim Durchschlupf: Ohne Zugang nützen Laubhaufen und Futterschale nichts, weil der Igel den Garten gar nicht erst erreicht. Die zweitwirksamste Maßnahme kostet ebenfalls nichts, sondern besteht im Unterlassen – Laub liegen lassen, eine Ecke nicht mähen, kein Gift ausbringen. Die meisten Hilfen für Igel sind genau von dieser Art: Sie verlangen keine Anschaffung, sondern den Verzicht auf Ordnung an einer Stelle des Gartens. Ein Igelhaus ist dagegen die aufwendigste und keineswegs die wichtigste Maßnahme; ein Laubhaufen leistet oft dasselbe. Am schnellsten sichtbar wird der Erfolg dort, wo Nachbargärten mitmachen und eine zusammenhängende Route entsteht.
Stehen Igel unter Naturschutz?
Ja. In Österreich und Deutschland sind Igel geschützt. Man darf sie nicht halten; kranke oder stark untergewichtige Tiere darf man zur Pflege aufnehmen und muss sie danach wieder freilassen, und zwar dort, wo sie gefunden wurden. Der Schutz bedeutet außerdem, dass Igel nicht gefangen, gestört oder gekennzeichnet werden dürfen – wer wissen möchte, wie viele Tiere den Garten besuchen, stellt deshalb eine Wildkamera auf, statt zu markieren. Auch das Umsiedeln eines gesunden Igels ist nicht zulässig und wäre für das Tier schädlich, weil es sein Revier und seine bekannten Schlafplätze verliert. Praktisch heißt der Schutzstatus für den Garten vor allem: beobachten ja, eingreifen nur im begründeten Notfall und dann nach Rücksprache mit einer Igelstation. Wer einen verletzten Igel gefunden hat, dokumentiert deshalb den Fundort genau, damit die Rückführung später an dieselbe Stelle möglich ist.
Wie geht es dem Igel in Österreich?
Nicht gut. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den Westeuropäischen Igel 2024 erstmals als „potenziell gefährdet“ eingestuft; die Bestände sind je nach Land um 16 bis 33 Prozent zurückgegangen. In Österreich ist der Igel naturschutzrechtlich besonders geschützt. Dass eine Art, die bis vor Kurzem als selbstverständlich galt, überhaupt auf einer solchen Liste auftaucht, ist die eigentliche Nachricht daran. Die Gründe liegen nicht in einer einzelnen Ursache, sondern in der Summe: weniger Insekten, versiegelte und lückenlos eingezäunte Gärten, Straßenverkehr, Gift und fehlende Winterquartiere. Genau deshalb wirken die Maßnahmen im eigenen Garten tatsächlich – sie setzen an derselben Summe an. Ein Durchschlupf im Zaun und eine ungemähte Ecke sind kleine Schritte, aber sie greifen an der richtigen Stelle. Für Schulklassen eignet sich das Thema gut, weil sich Ursache und Maßnahme hier ausnahmsweise direkt gegenüberstellen lassen.
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