Der kleine Igel Igebitz macht Kindern Lust, mehr über echte Igel zu erfahren. Und tatsächlich sind Igel faszinierende und nützliche Tiere: Sie fressen Schnecken und Insekten, halten einen langen Winterschlaf und leben oft direkt in unseren Gärten – meistens, ohne dass wir sie je zu Gesicht bekommen.
Dieser Ratgeber bündelt alles Wichtige rund um den Igel: den Steckbrief mit Größe, Gewicht und Lebenserwartung, den Speiseplan, den Winterschlaf, die Jungigel im Sommer und die Frage, wann ein Igel wirklich Hilfe braucht. Alle Angaben sind so formuliert, dass man sie Kindern vorlesen und erklären kann.
Zu jedem Thema gibt es weiter unten einen ausführlichen Beitrag – und den Igel-Steckbrief samt Jahres-Checkliste kostenlos zum Ausdrucken.
Der Igel im Steckbrief
Der Igel (genauer: der Braunbrustigel, Erinaceus europaeus) ist ein kleines, stacheliges Säugetier, das in Europa weit verbreitet ist. Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick:
| Merkmal | Das steckt dahinter |
|---|---|
| Größe | 24 bis 28 cm Körperlänge |
| Gewicht | 800 bis 1.500 g |
| Stacheln | rund 6.000–8.000 Stück – Schutz vor Feinden |
| Nahrung | Käfer, Würmer, Raupen, Ohrwürmer, Schnecken |
| Aktiv | dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber im Nest |
| Winterschlaf | etwa November bis März/April |
| Nachwuchs | 2 bis 10 Junge, im Schnitt fünf |
| Lebenserwartung | in freier Natur durchschnittlich rund vier Jahre |
| Schutzstatus | geschützt – Igel dürfen nicht einfach mitgenommen werden |
| Nutzen im Garten | frisst Schnecken und Insekten – ganz ohne Gift |
Wie es dem Igel geht
Der Igel gilt vielen als selbstverständlicher Gartenbewohner. Das ist er immer weniger. 2024 hat die Weltnaturschutzunion IUCN den Westeuropäischen Igel (Erinaceus europaeus) erstmals als „potenziell gefährdet“ eingestuft.
Die Bestände sind laut dieser Einstufung in den vergangenen zehn Jahren je nach Land um 16 bis 33 Prozent zurückgegangen; in Flandern und in Bayern um rund die Hälfte. Als Ursachen nennt die IUCN die Zerstörung ländlicher Lebensräume durch intensive Landwirtschaft, Straßen und Siedlungsbau (science.ORF.at).
In Österreich sind Igel naturschutzrechtlich besonders geschützt. Für den eigenen Garten heißt das vor allem eines: Was dort an Deckung, Nahrung und Durchgang fehlt, fehlt dem Igel wirklich. Was konkret hilft, steht unter Igel im Garten.
Wie Igel leben: Einzelgänger der Nacht
Igel sind Einzelgänger. Außerhalb der Paarungszeit geht jedes Tier für sich auf Nahrungssuche, feste Paare oder Familien gibt es nicht. Erst in der Dämmerung wird der Igel wach, dann durchstreift er in einer Nacht mehrere Gärten und besucht dabei mehrere Gärten.
Tagsüber schläft er versteckt: unter einer Hecke, in einem Laubhaufen, unter dem Gartenhaus oder in einem dichten Reisighaufen. Deshalb gilt die einfache Faustregel: Ein Igel, der bei Tageslicht unterwegs ist, verhält sich nicht normal – außer, es handelt sich im Sommer um ein Weibchen, das Nistmaterial für seine Jungen sammelt.
Wird ein Igel erschreckt, rollt er sich zur Stachelkugel zusammen. Das ist seine wichtigste Verteidigung – und der Grund, warum Katze und Hund ihn meist schnell wieder in Ruhe lassen.
Igel-Nachwuchs: Jungigel im Sommer
Igel bekommen ihre Jungen im Sommer. Nach einer Tragzeit von 35 Tagen kommen zwei bis zehn Junge zur Welt, im Schnitt fünf. Neugeborene Igel sind blind und taub; Augen und Ohren öffnen sich erst nach etwa zwei Wochen. Ihre rund hundert Stacheln sind zunächst weiß und weich und werden erst nach und nach hart.
Nach etwa vier bis sechs Wochen verlassen die Jungigel zum ersten Mal das Nest und lernen bei der Mutter, was essbar ist. Danach sind sie auf sich allein gestellt. Wer im Spätsommer einen sehr kleinen Igel sieht, hat also meist einen ganz normalen Jungigel vor sich – kein Notfall.
Kritisch wird es bei späten Würfen im September oder Oktober: Diese Jungigel haben wenig Zeit, sich Winterspeck anzufressen. Sie sind es, die im November manchmal Hilfe brauchen.
- Tragzeit: etwa 35 Tage
- Wurfgröße: 2 bis 10 Junge, im Schnitt fünf
- Bei der Geburt: blind und taub, mit rund hundert weichen weißen Stacheln
- Selbstständig: nach etwa sechs Wochen
- Späte Jungigel (September/Oktober) brauchen im Spätherbst oft Unterstützung
Das Igel-Jahr: was wann passiert
Das Leben des Igels folgt einem klaren Jahresrhythmus. Wer ihn kennt, weiß auch, wann im Garten welche Rücksicht nötig ist:
| Zeit | Was der Igel macht | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| März–April | erwacht aus dem Winterschlaf, ist ausgehungert | Wasser anbieten, Laubhaufen erst spät entfernen |
| Mai | Paarungszeit, laute „Schnauf-Konzerte“ nachts | nachts nicht mähen, Garten nicht ausräumen |
| Juni–August | Jungigel kommen zur Welt | Hecken nicht schneiden, Mähroboter tagsüber laufen lassen |
| September–Oktober | frisst sich Winterspeck an | Laub liegen lassen, bei Bedarf zufüttern |
| November | zieht sich ins Winterquartier zurück | Quartiere in Ruhe lassen, untergewichtige Tiere melden |
| Dezember–Februar | Winterschlaf | Laub- und Reisighaufen nicht anrühren |
Was Igel fressen – und was ihnen schadet
Igel sind Insektenfresser. Käfer, Regenwürmer, Raupen, Ohrwürmer, Spinnen und Schnecken machen den Großteil ihrer Nahrung aus. Er frisst, was er nachts im Garten findet – und ist genau deshalb dort so nützlich.
Genauso wichtig ist, was nicht auf den Teller gehört: Milch können Igel nicht verdauen, sie bekommen davon schweren Durchfall. Auch Brot, Nudeln und Essensreste schaden mehr, als sie nützen. Wer zufüttern möchte, gibt fleischhaltiges Katzennassfutter und daneben immer frisches Wasser. Alle Details stehen im Beitrag Was fressen Igel?
| Das dürfen Igel | Das nicht |
|---|---|
| Käfer, Würmer, Raupen, Schnecken | Milch – führt zu Durchfall |
| fleischhaltiges Katzennassfutter | Brot, Nudeln, Essensreste |
| spezielles Igeltrockenfutter | Obst, Gemüse, Süßes |
| frisches Wasser | gewürzte oder gesalzene Speisen |
Igel im Garten: die acht wichtigsten Hilfen
Ein igelfreundlicher Garten kostet nichts – er verlangt vor allem, ein bisschen weniger aufzuräumen. Diese acht Punkte helfen am meisten:
- Wilde Ecke stehen lassen: hohes Gras, Sträucher, Brennnesseln – dort leben die Insekten.
- Laub- und Reisighaufen anlegen: Unterschlupf im Sommer, Winterquartier im Winter.
- Durchschlupf im Zaun schaffen: 10 bis 12 cm Abstand zum Boden oder ein Loch, damit der Igel wandern kann.
- Frisches Wasser anbieten – in einer flachen Schale, niemals Milch.
- Auf Gift und Schneckenkorn verzichten – es trifft auch den Igel.
- Mähroboter nachts abschalten und vor dem Mähen nachsehen.
- Kellerschächte, Gruben und Pools sichern oder Ausstiegshilfen hineinlegen.
- Netze nachts einrollen – Igel verheddern sich darin.
Wann ein Igel Hilfe braucht
Die meisten Igel, die man im Garten trifft, brauchen keine Hilfe – sie sind einfach auf Nahrungssuche. Es gibt aber klare Warnzeichen, bei denen man eine Igelstation oder eine Tierärztin anrufen sollte:
- Der Igel liegt tagsüber sichtbar und regungslos herum.
- Er torkelt, wackelt beim Laufen oder liegt auf der Seite.
- Er ist sichtbar verletzt oder von Fliegeneiern und Maden befallen.
- Es ist Mitte November und er wiegt deutlich unter 500 Gramm.
- Ein Jungigel piepst laut und läuft ziellos umher.
Igel und Naturschutz: was erlaubt ist
Igel sind in Österreich und Deutschland geschützte Wildtiere. Das heißt: Man darf sie nicht fangen, nicht dauerhaft halten und nicht als Haustier pflegen. Erlaubt – und ausdrücklich erwünscht – ist es dagegen, kranke, verletzte oder stark untergewichtige Tiere aufzunehmen, gesund zu pflegen und danach wieder dort freizulassen, wo man sie gefunden hat.
Auch das Anlocken ist erlaubt: Wer seinen Garten naturnah gestaltet, lädt den Igel ein, ohne ihn zu halten. Wie das geht, steht unter Igel im Garten ansiedeln.
Igel für Kinder erklärt
Kinder lieben Igel – und über Igebitz, den kleinen Igel aus den Büchern von Edith Helminger, kommen viele Familien zum ersten Mal auf das Thema. Das ist ein schöner Einstieg: Wer eine Geschichte kennt, merkt sich die Fakten dahinter viel leichter.
Bewährt hat sich diese Reihenfolge: zuerst gemeinsam eine Igel-Geschichte lesen, dann den Steckbrief anschauen und schließlich im Garten eine kleine Igel-Ecke bauen. So wird aus einer Vorlesegeschichte ein echtes Naturprojekt – und aus dem Ausmalbild ein Plan für den eigenen Garten.
Alle Beiträge in diesem Ratgeber 8
- Igel im Garten – so hilfst du ihm Laubhaufen, Durchschlupf, Wasser und ein abgeschalteter Mähroboter – so wird dein Garten zum sicheren Igel-Zuhause.
- Igel im Garten – gut oder schlecht? Ein Igel im Garten ist ein echter Glücksfall.
- Wie lange bleiben Igel im Garten? Von einer Nacht bis zum ganzen Jahr – je nachdem, wie wohl er sich fühlt.
- Igel gefunden – was tun? Die wichtigste Frage zuerst: Braucht der Igel überhaupt Hilfe? Meistens lautet die Antwort nein.
- Was fressen Igel? Käfer, Würmer, Raupen und Schnecken. Und ganz sicher keine Milch.
- Igel, Katze & Hund im Garten Katzen und Igel kommen meist gut aus – bei Hunden hilft ein wenig Achtsamkeit.
- Igel im Winter – der Winterschlaf Von November bis März auf Sparflamme – wie der Winterschlaf funktioniert und wie du dabei hilfst.
- Igel im Garten ansiedeln Igel kann man nicht halten – aber wunderbar anlocken.







